Gesundheit Medizin
11.02.2012
13:18Uhr

Zahnpflege wichtig bei Parodontitis Therapie
Spezielle Prophylaxe erfordert besondere Hilfsmittel.

Zahnfleischbluten oder schlechter Atem stellen erste mögliche Anzeichen von Parodontitis dar. Wer die chronischen Entzündungen des Zahnhalteapparates unterschätzt und nicht behandeln lässt, riskiert schwere Schäden an Gewebe und Knochen, die schlimmstenfalls zum Zahnverlust führen. Zudem steigt das Risiko für weitere Krankheiten, wenn Bakterien über kleine Wunden in die Blutlaufbahn gelangen und sich im Körper verteilen. So zeigen Studien, dass die Gefahr eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls bei Parodontitis-Patienten steigt. Bei Schwangeren erhöht sich die Wahrscheinlichkeit von Frühgeburten und auch ein bereits vorhandener Diabetes kann sich verschlechtern. Richtige Zahnhygiene hilft somit zweifach: Als Prophylaxemaßnahme verhindert sie Entzündungen mit allen Folgeerscheinungen, als Teil der Behandlung sorgt sie für nachhaltige Genesung.
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Rund jeder zweite Deutsche leidet an Parodontitis, der nach Karies zweithäufigsten Mundkrankheit. Was viele Betroffene nicht wissen: Häufig stellt ungenügende Zahnhygiene eine Ursache dar. Denn allein Zähneputzen reicht nicht aus, um vor Erkrankungen der Zähne zu schützen. Vor allem am Zahnfleischsaum und in engen Zahnzwischenräumen setzen sich aggressive Beläge sogenannte Plaque ab. Bakterien nutzen diese als Nahrungsquelle und produzieren giftige Substanzen. „Permanente Anwesenheit von Bakterien führt zu Zahnfleischentzündungen, später auch zur gefürchteten Parodontitis. Dabei löst sich Zahnfleisch vom Knochen und Zahnfleischtaschen entstehen. Bakterien vermehren sich dort ungehindert. In der Folge weiten sich Entzündungen chronisch auf Bindegewebe und Kieferknochen aus und führen zu Zahnfleischrückgang und Knochenverlust“, weiß Dr. Jens Thomsen, Prophylaxeexperte von Oral-Prevent und praktizierender Hamburger Zahnarzt. So verliert der Zahn nach und nach an Halt und fällt unbehandelt im schlimmsten Fall aus.

Bildquelle: Oral Prevent
Um solch einen Verlauf zu verhindern, setzen Zahnmediziner bei der Parodontitis-Therapie auf zwei Bausteine. An erster Stelle stehen professionelle Zahnreinigung und Parodontitisbehandlung. Zahnbeläge und hart gewordene Ablagerungen in Zahnfleischtaschen entfernen Zahnärzte so gründlich. Anschließend sollten Betroffene Zahnpflegegewohnheiten umstellen: „Besonders Zahnzwischenräume sind Nistplätze für Bakterien, ihre Reinigung daher unerlässlich. Doch sie bedürfen einer speziellen Pflege mit Zahnseide und Interdentalbürsten, deren mikrofeine Borsten sich gut in Zahnfleischtaschen schieben lassen. Einbüschelzahnbürsten eignen sich zur Säuberung von Zahnfleischtaschen ebenfalls gut. Ihr kleiner spitz-zulaufender Bürstenkopf mit einem konzentrierten Borstenfeld ermöglicht eine gründliche Entfernung von Belegen an schwer zugänglichen Stellen“, erklärt Dr. Thomsen. Zudem mit der Zahnbürste immer von ‚Rot nach Weiß‘ putzen, damit Plaque nicht unter das Zahnfleisch gelangt. Besonders wichtig: Mindestens zwei Mal jährlich Zähne professionell reinigen lassen, um der Entstehung von Zahnfleischtaschen entgegenzuwirken - je nach Schwere der Erkrankung auch bis zu vier Mal jährlich.
Wer diese Maßnahmen beherzigt und zu einem festen Bestandteil seiner täglichen Zahnpflege macht, leistet einen wertvollen Beitrag zur Vor- und Nachsorge bei Parodontitis und somit zum Erhalt seiner Zähne. Schließlich bieten saubere Zähne Bakterien keine Angriffsfläche und entziehen Erkrankungen wie Parodontitis die Grundlage.
Weitere Informationen unter www.oral-prevent.de
[ EG ]
http://www.gesundheit1.de/de/medizin/drucken/
n-7254627-zahnpflege-wichtig-bei-parodontitis-therapie.htm