
Von A wie Alterssichtigkeit bis Z wie Zyoptix.Viele Menschen empfinden ihre Fehlsichtigkeit als Last und hegen den Wunsch vom Leben ohne Brille. Heute gibt es viele Verfahren, um Betroffenen diesen Traum zu erfüllen – sogar bei Dioptrienwerten bis minus vierundzwanzig. Kein Wunder, dass sich in den letzten Jahrzehnten innerhalb der Augenheilkunde ein eigener Fachbereich dafür etabliert hat. Als sogenannte Refraktive Chirurgie bezeichnet, umfasst dieser alle Operationen, die sich Korrekturen von Hornhautverkrümmungen, Kurz-, Weit- und Alterssichtigkeit widmen. Dr. Kaweh Schayan-Araghi, past-Präsident vom Verband der Spezialkliniken Deutschlands für Augenlaser und Refraktive Chirurgie (VSDAR) aus der Artemis Augenklinik, erklärt die wichtigsten Verfahren.
Anzeige Am häufigsten eingesetzt: Augenlaserkorrekturen LASIK gilt als bekannteste Methode der Augenchirurgie, um Fehlsichtigkeiten zu beheben. Als wissenschaftlich anerkannte Methode behebt LASIK Kurzsichtigkeiten bis minus zehn, Weitsichtigkeiten bis drei und Hornhautverkrümmungen bis circa minus vier Dioptrien. „Bei diesem Verfahren schleifen wir im Inneren der Hornhaut mit einem Laser einige tausendstel Millimeter ab“, erklärt Dr. Schayan-Araghi die Korrektur, die das Tragen von Sehhilfen überflüssig macht und stetig weiterentwickelt wird: „Bei der sogenannten Tissue-Saving-LASIK setzen wir ein besonders gewebesparendes Abtragungsprofil des Lasers ein, so dass wir auch höhere Fehlsichtigkeiten oder Augen mit einer dünneren Hohnhaut behandeln können.“ Auch Patienten, die aufgrund der Beschaffenheit ihrer Augen bisher mit Sehproblemen in der Dunkelheit rechnen mussten, profitieren von Neuentwicklungen. Bei der äspharischen LASIK verringert ein anderes Abtragungsprofil des Lasers Probleme beim Dämmerungssehen. Als weitere zukunftsweisende Entwicklung gilt das Zyoptix-Verfahren, auch als Wellfront-LASIK bekannt. Mit dieser Untersuchungsmethode ermitteln Augenchirurgen Daten des optischen Systems genau und planen auf deren Basis eine maßgeschneiderte LASIK. Seit Kurzem beheben sie auch Alterssichtigkeit mit LASIK. Bei der sogenannten Monovisions-LASIK wird das Auge so eingestellt, dass der Behandelte ein Auge zur Weitsicht nutzt und das andere zur Nahsicht.
![]() Foto: Artemis Augenklinik Wie eine Kontaktlinse im Auge Kurz- oder Weitsichtigkeit außerhalb des durch LASIK korrigierbaren Bereichs beheben Augenärzte sicher durch das Einsetzen von Kunstlinsen. Ähnlich einer Kontaktlinse korrigieren diese Linsen Fehlsichtigkeiten, nur dass sie sich im Auge hinter der Hornhaut befinden. Dazu Dr. Schayan-Araghi: „Vorderkammerlinsen wie Artisan-Linsen beheben sehr starke Fehlsichtigkeiten mit hoher Präzision und in jahrelang bewährter Sicherheit.“ Eine Weiterentwicklung der Artisan-Linse stellt die Artiflex-Linse dar, die durch ihre Faltbarkeit den notwendigen Schnitt bei Operationen von über sechs auf ca. drei Millimeter reduziert und so schonender implantiert wird.
Seit letztem Jahr gibt es zudem die Acrysof-Caché-Linse, die zusätzlich verbesserte Sehschärfenwerte bis minus sechzehn Dioptrien vorweist. Auch für Patienten mit zusätzlicher hochgradiger Hornhautverkrümmung sind Linsen verfügbar, die gleichzeitig alle Komponenten der Fehlsichtigkeit in einer Operation korrigieren.
Linsentausch – gute Option bei Alterssichtigkeit Ab dem 45. Lebensjahr muss sich jeder mit nachlassender Sehkraft abfinden. Für die meisten Betroffenen eine schwierige Umstellung – einige Brillenträger benötigen dann sogar mehrere Brillen. Seit über 60 Jahren tauschen Augenärzte natürlichen Linsen durch künstliche bei Grauer-Star-Behandlungen aus. Auch zur Korrektur von Fehlsichtigkeiten können körpereigene Linsen getauscht werden. Mit speziellen Kunstlinsen beheben Augenchirurgen so Fehlsichtigkeiten von bis zu minus dreißig Dioptrien. Am bekanntesten sind Multifokallinsen, die scharfes Sehen in verschiedenen Distanzen ermöglichen – Brillen für Kurz-, Weit- und Alterssichtigkeit werden dadurch meist überflüssig. Eine neue torische Form kann noch mehr: Sie behebt neben Kurz-, Weit- und Alterssichtigkeit auch Hornhautverkrümmungen. Zudem gibt es auch selbsttönende Linsen und Linsen für verbessertes Kontrastsehen.
![]() Foto: Alcon Wenn ein Verfahren nicht reicht Sehr starke Fehlsichtigkeiten von minus vierundzwanzig bis plus acht Dioptrien, eventuell auch in Kombination mit Hornhautverkrümmungen, behandeln Augenchirurgen durch kombinierte Verfahren in mehreren Schritten. Zuerst implantieren sie eine Kunstlinse, um den größten Teil der Fehlsichtigkeit zu beheben. Im Anschluss kann eine LASIK-Korrektur die eventuelle geringe Restfehlsichtigkeit beseitigen. Solche kombinierten Verfahren, auch als Bioptics bekannt, werden auch dann angewendet, wenn beispielsweise die Hornhautdicke nicht ausreicht, um eine LASIK allein durchzuführen.
Weitere Informationen unter www.artemisklinik.de [ EG ] |