Gesundheit Medizin
25.05.2012
13:09Uhr

Wirksamer Druck von außen
Kompression reguliert erfolgreich Blutfluss in den Beinen.

Blutstau in den Beinen – eine typische Folge von Venenleiden. Insbesondere Krampfadern verursachen Störungen im Blutkreislauf und erhöhen den Druck in den Venen. Dadurch treten Schwellungen auf und die Beine fühlen sich schwer und müde an. Aber auch nach Operationen, bei bettlägerigen Patienten oder beim offenen Bein entstehen Probleme mit der Blutzirkulation. „Hier erweist sich Kompression als wichtigste Form der Behandlung, die auch als wirkungsvolle Langzeittherapie infrage kommt“, erklärt Dr. Erika Mendoza, Leiterin der Venenpraxis Wunstorf bei Hannover und Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für CHIVA e. V.
Anzeige
 
Ursachen mit dem Arzt abklären
Mithilfe von sachgerecht gewickelten Binden oder speziellen Kompressionsstrümpfen entsteht ein gleichmäßiger äußerer Druck, der nach unten zunimmt. Somit dringt nur wenig Blut in die Krampfadern ein. Zugleich unterstützt Kompression den Rückfluss des Blutes aus den Beinen zum Herzen.
„Auch bei der Behandlung von Lymphödemen und Thrombose leisten Kompressionsstrümpfe gute Dienste“, versichert Dr. Mendoza. Jedoch bleibt eine genaue Abklärung mit dem behandelnden Arzt unerlässlich. Denn bei anderen Erkrankungen, wie eine arterielle Durchblutungsstörung, wirkt sich Kompression negativ aus: Bei diesen Patienten fließt nicht mehr genügend Blut in die Arterien, sodass der äußere Druck die Versorgung der Schlagadern sogar noch zusätzlich verschlechtert und im schlimmsten Fall zu Gewebeschäden führt. Auch bei einer akuten Entzündung im Bein dürfen Kompressionsstrümpfe nur bedingt zum Einsatz kommen.
Richtiges Tragen
Idealerweise sollten Betroffene schon morgens beim Aufstehen die Kompressionsstrümpfe anlegen und nicht erst im Laufe des Tages, wenn sich das Blut bereits in den Beinen staut. Beim Kauf im Sanitätsfachhandel passen Fachkräfte den Kompressionsstrumpf genau an das Bein an. Denn nur wenn Länge und Umfang dem Bein wirklich entsprechen und der Strumpf faltenfrei anliegt, wirkt die Kompression optimal. „Bei einem gut angepassten Kompressionsstrumpf spürt der Patient trotz des ausgeübten Drucks beim Tragen eine Erleichterung“, erklärt Dr. Mendoza. Deshalb gilt es, sich bei schlecht sitzenden oder Beschwerden verursachenden Kompressionsstrümpfen umgehend an das Sanitätshaus zu wenden, um Nachbesserung oder Umtausch zu veranlassen.
Meist sorgen handelsübliche Modelle für die ideale Passform und nur in seltenen Fällen erweist sich die Maßanfertigung als notwendig. Bei den handelsüblichen Strümpfen kommen je nach Ausprägung der Krampfadern vier verschiedene Kompressionsstärken infrage, die leichten bis extrem hohen Druck erzeugen. Auch stehen unterschiedliche Modelle wie Kniestrümpfe, Schenkelstrümpfe oder Strumpfhosen zur Wahl, wobei hier die Ausweitung der Krampfadern einen wichtigen Faktor darstellt. Inzwischen sorgen moderne Hightech-Fasern für ein angenehmeres Tragegefühl und eine ansprechende Optik.
Diskutiere zu diesem Thema in unserem Forum.
Weitere Informationen unter www.venenpraxis-wunstorf.de
[ EG ]
http://www.gesundheit1.de/de/medizin/drucken/
n-7254202-wirksamer-druck-von-aussen.htm