
Pflege der Zahnzwischenräume mindestens einmal täglich.Zähneputzen morgens und abends gehört zur gründlichen Mundhygiene dazu. Wer aber denkt, damit Zahnerkrankungen zu vermeiden, der irrt. Rund ein Drittel der Zahnfläche – die Zahnzwischenräume – erreichen Zahnbürsten nämlich nicht. Auch manuelle oder elektrische Bürsten mit schrägstehenden Borsten befreien die Zwischenräume nicht komplett von Belägen.
Anzeige Doch genau dort lagern sich aggressive Beläge, sogenannte Plaque, ab, die oft Ausgangspunkt für Zahnerkrankungen wie Parodontitis und Karies sind. Einmal täglich gehört deshalb die Pflege von Zahnzwischenräumen zur gründlichen Zahnprophylaxe dazu. Dabei sollten kleine Zwischenraumbürstchen, sogenannte Interdentalbürstchen (www.oral-prevent.de) mit mikrofeinen Borsten erste Wahl sein. Wer diese täglich verwendet, hat gute Chancen mit über 80 Jahren noch mit eigenen Zähnen kräftig zubeißen zu können. Dies belegt auch eine aktuelle 30-Jahres-Studie.
Ein Blick in den Spiegel zeigt, dass die Form der Zähne zum Zahnfleisch hin schmaler wird. So entstehen größere Zahnzwischenräume am Zahnfleischsaum. Außerdem hat der Zahn in Richtung Zahnfleisch im Querschnitt zusätzlich Einziehungen und Mulden, in denen sich Beläge ablagern. Hier vermehren sich Bakterien und schädigen nach und nach die Zahnsubstanz. „Zahnseide und auch Zahnhölzer eignen sich für die Säuberung dieser Nischen nur bedingt, da sie durch ihre gerade Form nicht in die kleinen Mulden kommen. Interdentalbürsten wiederum reinigen durch ihre mikrofeinen Borsten auch an diesen schwer zugänglichen Stellen“, weiß Zahnarzt und Prophylaxe-Experte Dr. Jens Thomsen aus Hamburg.
Interdentalbürsten gibt es für jede Zahnlücke passend, von zwei bis hin zu zwölf Millimeter Durchmesser. Die Anwendung der kleinen Bürstchen ist einfach: Nach dem Zähneputzen behutsam in Zahnzwischenräume einführen und mehrfach vorsichtig hin und her bewegen. Nach Gebrauch ausspülen und nach ungefähr fünf Tagen auswechseln. „Bei erstmaliger Anwendung kommt es häufig zu Zahnfleischbluten: Dies ist aber kein Anzeichen dafür, dass die Bürstchen das Zahnfleisch beschädigen. Eher liegt am Zahnfleisch bereits eine Entzündung vor, die durch die Berührung anfängt zu bluten. Bei regelmäßiger Benutzung von Interdentalbürsten lässt dies jedoch nach“, erklärt Dr. Thomsen.
![]() Bildquelle: Oral Prevent. Interdentalbürsten, Zahnhölzer und Zahnseide im Vergleich. Wie wichtig die Zahnzwischenraumpflege ist, verdeutlicht auch eine Prophylaxe-Studie aus Schweden. Teilnehmer wurden über 30 Jahre lang für die gründliche Zahnpflege und regelmäßige professionelle Zahnreinigung motiviert und untersucht. Nach drei Jahrzehnten verloren alle Teilnehmer nur 21 der insgesamt rund 12.000 untersuchten Zähne aufgrund von Parodontitis und Karies – obwohl viele Teilnehmer bereits zwischen 51 und 65 Jahren alt waren. Das bedeutet, dass pro Teilnehmer weniger als ein Zahn in 30 Jahren verloren ging. Die Verbindung zur konsequenten Zahnzwischenraumpflege lässt sich nicht von der Hand weisen: Im Verlauf der Studie reduzierten sich dort Plaque um bis zu 60 Prozent.
Wer die Zahnpflege vernachlässigt, greift spätestens ab einem Alter von 50 Jahren deutlich tiefer in die Tasche. Mit durchschnittlich 3.000 Euro schlägt beispielsweise ein Implantat zu Buche. Eine Interdentalbürste kostet etwa 50 Cent und sollte nach etwa fünf Tagen ausgewechselt werden. Im Vergleich zu einem Implantat können mit gleichem finanziellen Aufwand etwa 75 Jahre lang alle Zähne täglich gepflegt werden. Wen dies nicht überzeugt: Riechtest machen. Einmal Zahnzwischenräume mit Bürsten reinigen und dann daran riechen.
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