
Moderne Verfahren erhalten Venen.Volkskrankheit Venenleiden: Zahlreiche Männer und Frauen leiden an krankhaft veränderten Beinvenen. Doch nicht jeder begibt sich frühzeitig in ärztliche Behandlung. Gerade wenn sich Krampfadern zeigen, haben nach wie vor viele Betroffene Angst vor einer notwendigen Operation. Doch diese Bedenken stellen sich oft als unbegründet heraus, weiß Dr. Erika Mendoza, Leiterin der Venenpraxis Wunstorf bei Hannover und Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für CHIVA e. V.: „Heutzutage stehen zur Behandlung von Krampfadern verschiedene, schonende Verfahren zur Verfügung, die vielfach die Venen erhalten.“
Anzeige Meist lindern bereits konservative Maßnahmen wie Schwimmen, leichte Sportarten oder das Tragen von Kompressionsstrümpfen die Beschwerden und beugen weiteren Venenerkrankungen vor. „Bereits vorhandene Krampfadern lassen sich dadurch aber nicht beseitigen“, erklärt Dr. Mendoza. „Um lang anhaltende Linderung zu erzielen, müssen wir direkt an der Ursache ansetzen.“
Handelt es sich lediglich um Besenreiser oder dünne, netzförmige Krampfadern, bietet sich die Verödung an. Bei dieser Methode spritzt der Arzt eine Substanz in die betroffene Vene, welche diese dauerhaft verschließt. Bei ausgeprägten Krampfadern zählt das Stripping zu den bekanntesten und am weitesten verbreiteten Behandlungen. „Durch das dabei vorgenommene Ziehen der erkrankten Vene verringern sich jedoch die Flussmöglichkeiten für den Blutkreislauf und die Belastung der übrigen Venen steigt“, warnt Dr. Mendoza.
Zudem erfordert die Operation oft eine stationäre Aufnahme der Patienten und lange Rehabilitationszeiten. Venenerhaltende Verfahren wie die CHIVA-Methode gewährleisten eine wesentlich schonendere Behandlung. „Bei diesem Verfahren diagnostizieren wir mittels Duplex-Ultraschall punktgenau, an welcher Stelle sich Krampfadern mit überschüssigem Blut füllen, und unterbrechen den krankhaften Kreislauf gezielt“, beschreibt die Venenexpertin das Vorgehen. Auf diese Weise lässt sich der Rückfluss des Blutes stoppen, während die Venen im Körper verbleiben.
![]() Foto: Venenpraxis Wunstorf Nach der ambulanten Behandlung gehen Patienten umgehend wieder ihren alltäglichen Gewohnheiten nach. Die Krampfadern benötigen etwa zwei bis sechs Wochen für die Rückbildung. Symptome wie Schwere- und Spannungsgefühl in den Beinen verschwinden jedoch sofort. Ebenfalls zu den venenerhaltenden Verfahren zählen die VNUS- und die LASER-Methode, welche nur bei einer Erkrankung der Sammelvene zum Einsatz kommen. Hierbei verschließen die behandelnden Ärzte die betroffene Vene durch Hitze über eine in die Vene eingeführte Sonde. Nachteil: Die Vene bleibt zwar im Bein, steht aber dem Blutkreislauf nicht mehr zur Verfügung. Bei der Externen Valvuloplastie legen Operateure eine Kunststoffmanschette von außen um die betroffene Venenklappe. Denn häufig ist die Vene so weit gedehnt, dass die Klappensegel sich nicht mehr in der Mitte treffen. Die Manschette bringt die Venen nun auf ihren normalen Umfang zurück, damit die Klappe wieder richtig schließt.
Da es sich bei Krampfadern um eine chronische Erkrankung handelt, gilt es zu beachten, dass kein Verfahren eine Neubildung von Krampfadern ausschließt. „Betroffene sollten sich auf jeden Fall gründlich über verschiedene Möglichkeiten informieren“, rät Dr. Mendoza. „In ausführlichen Gesprächen zwischen Arzt und Patient lassen sich individuelle Voraussetzungen und passende Therapie aufeinander abstimmen.“ Dabei empfiehlt die Venenspezialistin, sich ausreichend Zeit für die Entscheidung zur Operation zu lassen und sich gegebenenfalls auch anderweitig über Alternativen zu informieren. Denn Krampfadern stellen nur in den seltensten Fällen einen Notfall dar, der ein sofortiges Handeln erfordert.
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