Gesundheit Medizin
25.05.2012
12:35Uhr

Diagnose: Arthrose
Die weltweit häufigste Gelenkerkrankung.

Arthrose betrifft fast alle Menschen im Laufe ihres Lebens mehr oder weniger stark. In Deutschland leiden schätzungsweise 8,5 Millionen Menschen an diesen durch Abnutzung und Verschleiß hervorgerufenen Gelenkschmerzen, so das hochgerechnete Ergebnis der bislang größten deutschen Arthrosestudie HERAS. Bei jedem dritten Patienten treten die schmerzhaften Beschwerden im Knie auf, an zweithäufigster Stelle ist das Hüftgelenk betroffen. „Arthrose stellt sich nicht erst im hohen Alter ein, vielfach sind bereits 40-Jährige betroffen“, weiß Dr. Ralf Linke, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie am Orthopädiezentrum München.
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Der Alltag wird beschwerlich: Treppen steigen und bergab gehen sind ebenso schmerzhaft wie das morgendliche Aufstehen, das Bücken zum Schuhe schnüren oder das Aussteigen aus dem Auto. Nach Ruhepausen ist es mühsam, wieder in Schwung zu kommen, die Knie fühlen sich an wie eingerostet. Diese sogenannten Anlaufschmerzen können sich mit der Zeit verstärken und chronisch werden. Dr. Ralf Linke: „Gewisse Verschleißerscheinungen in einem oder mehreren Gelenken gehören zum natürlichen Alterungsprozess und verlaufen zunächst meist beschwerdefrei. Von Arthrose spricht man, wenn die Knorpel in den Gelenken eine für das Lebensalter übermäßige Abnutzung zeigen.“
Es läuft nicht mehr „wie geschmiert“
Unsere Gelenke funktionieren wie Scharniere: Sie verbinden zwei bewegliche Teile, beim Menschen zwei Knochen. Damit diese bei Bewegung nicht aneinander reiben, sind die Knochenenden mit einer gleitfähigen Knorpelschicht überzogen. Zwischen diesen Knorpeln ist bei einem gesunden Gelenk „noch Luft“ in Form des Gelenkspalts, einem mit Flüssigkeit gefüllten, spaltförmigen Hohlraum. Bei einer Arthrose ist die Knorpelschicht in den Gelenken übermäßig abgenutzt, sodass sich der Gelenkspalt verschmälert. Schreitet dieser Prozess ungehindert voran, reiben irgendwann Knochen auf Knochen – und im Gelenk entstehen Schmerzen.
Ursachen für Arthrose sind vielfältig
Die Krankheit tritt meist in den besonders stark belasteten Gelenken auf: Knie, Hüfte, Schultern, Hände, Füße, Ellenbogen und Sprunggelenke. „Neben dem natürlichen Alterungsprozess und genetischen Einflussfaktoren können angeborene Knochenfehlstellungen wie X- oder O-Beine, chronische Bandinstabilitäten, Verletzungen und Operationen dazu führen, dass sich die knorpeligen Gelenkflächen zu stark abnutzen“, so der Experte. Auch Übergewicht, Fehlbelastungen durch falsche Haltung oder zu wenig Bewegung sind Auslöser übermäßigen Knorpelabriebs. Ebenso schädlich wie mangelnde Bewegung sind Überlastungen beim Sport, beispielsweise durch rasche Richtungswechsel oder starken Druck auf die Knie. Auch Berufe, die ständiges, langes Knien erfordern, begünstigen das Auftreten von Arthrose. Generell sind Frauen häufiger betroffen als Männer.
Sportliche Bewegung wirkt vorbeugend
Das Wichtigste bei der Arthrose-Behandlung und -Vorbeugung ist Bewegung, die möglichst belastungsfrei sein sollte. Dr. Linke erklärt, warum: „Nur bei gesunder Be- und Entlastung kann sich der Gelenkknorpel mit ausreichend Nährstoffen versorgen und Flüssigkeit speichern, die er für eine schmerzfreie Bewegung braucht.“ Zu empfehlen sind gelenkschonende Sportarten mit einem weichen Bewegungsablauf wie Schwimmen, Radfahren oder Nordic Walking - allerdings in Maßen und in Absprache mit dem behandelnden Arzt. Ungeeignet sind Sportarten mit Stoß- oder Druckbelastung wie Fußball, Tennis oder auch alpiner Skilauf.
Wirkstoff Glucosamin lindert Beschwerden
Ergänzend zur Arthrosevorbeugung durch Bewegung rät Dr. Ralf Linke: „Bei leichten bis mittelschweren Arthrosebeschwerden kann der körpereigene Wirkstoff Glucosamin vor übermäßiger Abnutzung schützen und dazu beitragen, den Knorpelabbau zu verlangsamen. Glucosamin ist ein wichtiger Bestandteil der Gelenkknorpel, er unterstützt die Neubildung von Gelenkschmiere und verbessert insgesamt die Beweglichkeit.“ In der Langzeittherapie angewendet, lindert Glucosamin auch Gelenkschmerzen. Klinische Langzeitstudien empfehlen die Einnahme von mindestens 1.200 mg Glucosamin pro Tag. Test bestätigen außerdem die Effektivität und Sicherheit des hoch dosierten Wirkstoffs.
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Weitere Informationen unter www.mobilat.de
[ EG ]
http://www.gesundheit1.de/de/medizin/drucken/
n-7252481-diagnose-arthrose.htm