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Innovativ schlägt altbewährt?
Von der Wahl zwischen Titan- und Keramikimplantaten.

Entscheiden sich Patienten beim Zahnersatz für Implantate, stellt sich die Frage nach dem zu verwendenden Material. Hier bietet der Markt neben den bewährten Titanimplantaten seit einiger Zeit auch solche aus Zirkonoxid, sogenannte Keramikimplantate. Dabei liegen die Vorteile des neuartigen Werkstoffs klar auf der Hand: Aus optischer Sicht erfüllt das Ergebnis höchste ästhetische Ansprüche. „Dennoch raten wir unseren Patienten weiterhin dazu, auf erprobtes Titan zurückzugreifen“, sagt Dr. Ralph-Ansgar Strässer, Oralchirurg und Implantologe an der Zahnklinik Rhein-Ruhr.
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Materielle Vor- und Nachteile
Trotz der genannten ästhetischen Vorteile weisen Keramikimplantate Mängel auf. Hierzu zählen, dass ihre Fertigung aus Gründen der Stabilität nur einteilig erfolgt. Dadurch entstehen eingeschränkte Einsatzmöglichkeiten im Mund, und es entfällt die Möglichkeit einer individuellen Anpassung an die Zahnreihen. „Das größte Problem sehe ich jedoch darin, dass es keine Langzeitstudien über die Verwendung von Keramikimplantaten gibt“, berichtet Dr. Strässer aus seiner Praxiserfahrung. „Obwohl vielfach über hohe Gewebeverträglichkeit berichtet wurde, kamen wiederholt Patienten zu uns, deren Keramikimplantate schlecht einheilten.“ Dies liegt unter anderem daran, dass Implantate aus Zirkonoxid im Vergleich zu solchen aus Titan keine einheilungsfördernde Beschichtung, sondern lediglich eine Anrauung aufweisen. Folglich erhöht sich die Gefahr einer knochenauflösenden Entzündung, weshalb sich Zirkonoxidimplantate auch nicht für Sofortimplantationen eignen. „Da Titan keine bekannten Allergien oder Fremdkörperreaktionen auslöst, gilt seine Biokompatibilität hingegen als wissenschaftlich belegt“, ergänzt Dr. Strässer. Zudem entstehen für Patienten durch die Verwendung von Titan geringere Kosten.
Von jedem das Beste
Um Bioverträglichkeit mit hohen ästhetischen Ansprüchen zu kombinieren, eignen sich Kombinationsimplantate. Hierbei besteht das eigentliche Implantat, welches in den Knochen einheilt, aus Titan und der Kopf, das sogenannte Abutment, aus Zirkonoxid. „Ein guter Kompromiss zwischen hohem medizinischem Standard und Ästhetik, da die Sicherheit und Gesundheit des Patienten stets im Fokus stehen sollten“, fügt Dr. Strässer abschließend hinzu.
Weitere Informationen unter www.zahnklinik-rhein-ruhr.de
[ EG ]
     [26.12.2010]
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