
Lymphödeme und Lipödeme erfolgreich behandeln.Schwellungen an den Beinen entstehen nicht nur durch Venenerkrankungen. Auch Störungen im Lymphsystem kommen als Ursache infrage: Oft bilden sich dann Lymphödeme, kleine Flüssigkeitsansammlungen in den Zellzwischenräumen, die sichtbar hervortreten und sich ertasten lassen. Doch auch sogenannte Lipödeme, die durch krankhafte Wasseransammlung im Fettgewebe entstehen, treten als Schwellungen an den Beinen hervor und können zugleich die Bildung von Lymphödemen begünstigen. „Je nach Erkrankungsbild gibt es unterschiedliche Behandlungen, die die Beschwerden lindern“, sagt Dr. Erika Mendoza, Leiterin der Venenpraxis Wunstorf bei Hannover und Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für CHIVA e. V.
Anzeige Lymphdrainage sorgt für Entstauung Lymphödeme treten am ganzen Körper, besonders häufig aber an den Beinen auf. Dabei erweisen sie sich als wichtiges Symptom für eine eingeschränkte Funktionsfähigkeit im Lymphsystem: Wenn sich hier nicht mehr die gesamte Flüssigkeit abtransportieren lässt, entsteht ein Rückstau im Gewebe. Als Ursache liegt in einigen Fällen eine angeborene Minderentwicklung der Lymphgefäße zugrunde. Daneben können auch Operationen, Entzündungen oder Tumore im Bereich der Lymphgefäße die Entstehung von Lymphödemen begünstigen. „Durch spezielle Massagen, auch als Lymphdrainage bezeichnet, lässt sich die angestaute Flüssigkeit aus den jeweiligen Körperregionen in die Lymphbahnen streichen“, berichtet Dr. Mendoza. Zur Behandlung kommen auch Kompressionsstrümpfe zum Einsatz. Diese geben einen dosierten Druck auf das umliegende Gewebe ab und ermöglichen, dass nach einer Entstauung der Effekt anhält. Zudem hilft es, den betroffenen Bereich möglichst oft hoch zu lagern und bequeme Kleidung zu tragen, die nicht zu eng anliegt.
Fettzellen außer Kontrolle Ganz andere Ursachen haben die sogenannten Lipödeme. Auch als Reiterhosensyndrom, Säulenbein oder Reithosenfettsucht bezeichnet, steht dahinter eine Fettverteilungsstörung, bei der sich Wasser im Unterhautfettgewebe einlagert. Vorwiegend treten Lipödeme an den Ober- und Unterschenkeln oder an der Innenseite der Knie auf und betreffen vor allem Frauen. Vermutlich stellen hormonelle Veränderungen einen Auslöser dar, die genaue Ursache bleibt jedoch unklar. Liegt längere Zeit ein Lipödem vor, können auch Schäden an den Lymphsystemen und somit Lymphödeme entstehen. Zugleich kann das Blut im Unterhautgewebe nicht mehr ungehindert zirkulieren. Auch hier gehören Sport und Entstauungstherapien und Kompression zu den wichtigsten Therapienansätzen, um Schwellungen zu minimieren. „Neben dem Venenspezialisten hilft auch eine Untersuchung durch den Internisten weiter“, rät Dr. Mendoza. „Denn die Ursachen für Schwellungen in den Beinen erweisen sich als vielfältig und benötigen eine gründliche Abklärung.“
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