
Tag des Fußes 2009.Kaum ein anderer Körperteil leistet so viel Arbeit wie die Füße. Bis zu viermal um die Erde tragen sie uns im Laufe eines Lebens und halten dabei täglich enorme Lasten aus. Um es ihnen zu danken, erfahren sie an jedem letzten Mittwoch im Juni mit dem Tag des Fußes eine besondere Ehrung.
Anzeige Auch in diesem Jahr erinnert der 24. Juni daran, dass viele Menschen erst dann an ihre Füße denken, wenn diese Probleme verursachen. Nur wenige Patienten wissen, dass bei ungünstiger Vorerkrankung ernsthafte Beschwerden entstehen können. Bereits kleine Kratzer führen bei Zuckerkrankheit oder Krampfadern mitunter zu schlechter Wundheilung bis hin zum „offenen Fuß“. Dr. Erika Mendoza, Leiterin der Venenpraxis Wunstorf, und ihr Kollege Dr. Holger Wienecke, Facharzt für Chirurgie, geben hilfreiche Tipps zur Behandlung und Vorbeugung.
Moderne Wundtherapie für optimale Heilung Schätzungen zufolge leiden allein in Deutschland über fünf Millionen Menschen an schlecht heilenden Wunden, oft an Knöchel, Bein oder Fuß. Mediziner sprechen in diesem Zusammenhang vom „Ulcus cruris“, dem „offenen Bein“ oder „offenen Fuß“. Gründe hierfür liegen beispielsweise in einer zunehmend höheren Lebenserwartung mit chronischen Begleiterkrankungen. So entstehen durch Krampfadern typische Hautveränderungen und chronische Wunden an den Füßen. Auch die Zuckerkrankheit Diabetes mellitus sowie oft vernachlässigte Veränderungen der Lymphgefäße stellen Risikofaktoren dar. „Betroffene nehmen oft erst spät ärztliche Hilfe in Anspruch, sodass chronische Wunden jahrelang bestehen“, berichtet Dr. Mendoza. Modernes Wundmanagement bezieht individuelle Faktoren und Ursachen in das Therapiekonzept mit ein. „Wir behandeln also nicht nur die Wunde, sondern zum Beispiel auch Krampfadern. Dabei achten wir auf möglichst schonende Verfahren wie die venenerhaltende CHIVA-Methode, um Haut und Gewebe nicht zusätzlich zu schädigen“, erklärt Dr. Mendoza. Bezüglich der lokalen Wundtherapie gab es in den vergangenen Jahren zahlreiche Neuerungen. Aus einer Fülle von Wundauflagen etwa die richtige auszuwählen, erfordert viel Erfahrung sowie eine gute Diagnostik. „Finden alle Einflüsse Beachtung, heilen auch chronisch ‚offene Füße’ meist innerhalb kurzer Zeit ab“, berichtet Dr. Wienecke.
Vorbeugen für gesunde Füße Um es gar nicht erst zu krankhaften Veränderungen kommen zu lassen, kennen die beiden Experten einige einfache Präventionsmaßnahmen: Gutes Schuhwerk bietet die beste Grundlage für gesunde Füße. Moderne Schuhe mit hohen Absätzen, eng zulaufender Spitze oder Plateausohlen rufen Druckstellen und Blasen hervor und zwingen den Füßen unnatürliche Bewegungsabläufe auf. „Darum die Schuhart regelmäßig wechseln und möglichst flache und bequeme Modelle wählen. Um Bakterien- und Pilzbildung zu vermeiden, empfiehlt sich gutes Auslüften“, sagt Dr. Mendoza. Bei müden Füßen und Stau in den Venen helfen entspannende Fußbäder und Kneipsches Wassertreten. „Anschließend gut abtrocknen und auch die Zwischenräume der Zehen beachten. Danach am besten die Handtücher auswechseln“, erklärt Dr. Wienecke. Um Risiken wie Diabetes und Venenleiden vorzubeugen, stellt ausreichend Bewegung ein absolutes Muss dar. „Mit spezieller Gymnastik lässt sich die Durchblutung von Beinen und Füßen gezielt fördern“, weiß Dr. Mendoza. Als wichtig erweist sich eine gewisse Regelmäßigkeit. Wer aktiv etwas für die Füße tun möchte, sollte also nicht nur am Tag des Fußes auf die Gesundheit von „Schusters Rappen“ achten.
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