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Fehlhaltungen mit Folgen
Frühzeitige Maßnahmen verhindern Schmerzen und Erkrankungen.

In gesundem Zustand bilden die 24 Wirbel im menschlichen Rücken ein leichtes S. Dabei krümmt sich die Wirbelsäule im Brustbereich nach hinten und im Lendenbereich nach vorne. In einigen Fällen kommt es jedoch durch verschiedene Faktoren zu Verschiebungen einzelner Segmente.
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„Hohl- und Rundrücken zählen dabei zu den bekanntesten Schäden“, weiß Dr. Reinhard Schneiderhan, Wirbelsäulenspezialist und Orthopäde in München. „Aus der unnatürlichen Krümmung resultieren oft Probleme wie anhaltende Schmerzen oder vorzeitiger Verschleiß von Wirbeln und Bandscheiben.“
Bewegung schützt sensibles Rückgrat
Vor allem im Kindesalter – wenn sich die Wirbelsäule noch im Wachstum befindet – entwickeln sich durch schlechte Haltung und mangelnde Bewegung oft bleibende Schäden in der Wirbelsäule. Darüber hinaus bildet sich manchmal in der Pubertät – vor allem bei Jungen – ein Rundrücken, welcher durch die Krankheit Morbus Scheuermann entsteht. Doch auch im Alter führen verschiedene Ursachen zu Verkrümmungen des Rückgrats. So kommt es durch osteoporosebedingte Wirbelkörperbrüche zu Verschiebungen der Wirbel – auch hier bildet sich ein Rundrücken. Zur Vorbeugung von Haltungsschäden stehen Bewegung und Sport an erster Stelle.
Denn Muskeln an Rücken, Bauch und Gesäß wirken wie ein stützendes Korsett für Wirbelsäule und Becken. Wer in diesen Bereichen eine schwache Muskulatur aufweist, verfällt schnell in eine falsche Haltung, da diese weniger anstrengend erscheint. In der Folge verkümmern die Muskeln jedoch weiter und ein Teufelskreis entsteht. „Für Betroffene, deren Wirbelsäule bereits eine Verkrümmung aufweist, empfiehlt sich gezielte Physiotherapie oder Rückenschule, um die betroffenen Bereiche zu stabilisieren“, sagt Dr. Schneiderhan. In vielen Fällen lassen sich Haltungsschäden dadurch ausgleichen. Zudem entlastet die gekräftigte Muskulatur Wirbel und Bandscheiben und beugt weiterer Abnutzung wirksam vor.

Foto: Praxisklinik Dr. Schneiderhan
Minimalinvasive Methoden lindern bleibende Schmerzen
Doch nicht in allen Fällen zeigen konservative Methoden die gewünschte Wirkung. Empfinden Betroffene weiterhin starke Schmerzen, bieten sich beispielsweise Injektionsbehandlungen an. „Dabei injizieren wir Schmerzmittel und entzündungshemmende Substanzen unter örtlicher Betäubung direkt in den betroffenen Bereich“, erklärt Dr. Schneiderhan. Dort entfalten die Stoffe schnell ihre Wirkung. Falls auch diese Behandlung zu keiner dauerhaften Besserung führt, lassen sich Beschwerden in vielen Fällen minimalinvasiv behandeln. So führt der Wirbelsäulenspezialist zum Beispiel bei der Hitzesondentherapie eine feine Sonde an das schmerzende Segment. Dort erhitzt er die Sonde auf etwa 80 Grad Celsius, verödet die Schmerzfaser und unterbricht so die Schmerzweiterleitung zum Gehirn.
Liegt Bandscheibenverschleiß vor, setzen Mediziner oft den Mikrolaser ein. Auch hier veröden sie die betroffenen Schmerzfasern und verschließen zusätzlich kleine Risse im Bandscheibengewebe. Beide Verfahren lassen sich minimalinvasiv in leichter Schlafnarkose durchführen. Lange Rehabilitationszeiten entfallen.
Buchtipp: Dr. med. Reinhard Schneiderhan, „Dein Rücken – endlich schmerzfrei“, Klaus Oberbeil Verlag, 264 Seiten, durchgehend vierfarbig, € 19,90. Hier geht's zur Bestellung.
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Weitere Informationen unter www.orthopaede.com
[ LS ]
     [07.12.2008]
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