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Kieferorthopädische Prophylaxe oft vernachlässigt
Prävention bei Kindern beugt gravierenden Zahn- und Kieferanomalien im Erwachsenenalter vor.

Ganz gleich, ob Zähne aus der Reihe tanzen oder Kiefer nicht optimal aufeinanderpassen, jede Form von Fehlstellung macht Betroffenen das Leben schwer. Probleme beim Kauen, Sprechen oder Atmen: alles Folgen einer früh gestörten Kiefer- und Gebissentwicklung. Dabei gelten circa 80 Prozent der Zahn- und Kieferfehlstellungen als erworbene Fehlstellungen, verursacht von falschen Verhaltensweisen und Gewohnheiten. Bei den restlichen 20 Prozent liegen angeborene und ererbte Anomalien vor. In Deutschland unterschätzen Experten die Auswirkungen von schädlichen Angewohnheiten in den ersten Lebensjahren. Hierzulande beziehen sich Vorsorgemaßnahmen bei Säuglingen und Kleinkindern lediglich auf die Kariesvermeidung, Prävention bei Kiefer- und Zahnfehlstellungen kommt praktisch nicht vor. „Der Stellenwert der kieferorthopädischen Prophylaxe bei Kleinkindern ist definitiv zu gering, dabei wird hier die Grundlage für ein gesundes Gebiss im Erwachsenenalter gelegt und weitere Nachfolgeerkrankungen lassen sich so vermeiden“, sagt Dr. Achim G. Nesselrath, Ratinger Fachzahnarzt für Kieferorthopädie und Mitglied im Bundesvorstand des Berufsverbandes der Kieferorthopäden.
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Foto: 3M Unitek
Neben Karies sorgen Verhaltensweisen wie Nuckeln an Schnullern, Daumen, Saugern und Fläschchen für massive Schäden an den Milchzähnen. Zusätzlich verursacht Nuckeln eine veränderte Zungenlage und im schlimmsten Fall Deformierungen des Kiefers. Über Jahre andauernde Lutschgewohnheiten im Kleinkindalter stören die Beweglichkeit und Symmetrie der Kiefergelenke, die Kiefer passen nicht mehr optimal aufeinander. „Je nach Dauer, Intensität und Krafteinwirkung kann es zusätzlich zu Störungen im sogenannten myofunktionellen, dem muskulären Gleichgewicht zwischen Wangen, Lippen und Zunge kommen. Hierbei folgen eine gestörte Aussprache, verstärkte Mundatmung sowie Probleme im Mundschluss“, sagt Dr. Achim Nesselrath. Deshalb ist es ratsam, die Nuckelzeit von Babys lediglich auf die ersten sieben bis acht Lebensmonate zu beschränken und nach dem Einschlafen den Schnuller sofort zu entfernen. Auch Fläschchen sollten schnell verschwinden und gegen normale Trinkbecher eingetauscht werden. Ganz wichtig: Regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Kieferorthopäden spüren früh Anomalien auf und verhindern rechtzeitig weitere Störungen.
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Weitere Informationen unter www.drnesselrath.de
[ KH ]
     [10.02.2007]
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