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Was hilft wirklich gegen Rückenschmerzen?
Moderne Behandlungsmethoden sorgen für eine schnelle Schmerzlinderung.

Weit verbreitet: Diagnose Rückenschmerz. Fast 80 Prozent der deutschen Bürger leiden unter starken Beschwerden an der Wirbelsäule. Ein Volksleiden, das allerdings aus vielen unterschiedlichen Ursachen entsteht und nicht nur an einer Stelle auftritt, sondern Betroffene entlang der gesamten Wirbelsäule belastet. „Aus diesem Grund ist die individuelle, gezielt abgestimmte Behandlung umso wichtiger, und wenn schon ein Eingriff, dann sollte es auch der richtige sein“, erklärt Dr. Reinhard Schneiderhan, Orthopäde und Leiter der Praxisklinik Dr. Schneiderhan und Kollegen aus München. Je nach Schmerzursache empfiehlt der Wirbelsäulenspezialist unterschiedliche innovative Behandlungswege.
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Effektive und schnelle Schmerzbefreiung
Anstelle großer, offener Eingriffe wenden Mediziner heute neue minimalinvasive oder neurochirurgische Therapiekonzepte an. Vorteile: Sie dauern nur 40 bis 60 Minuten, ermöglichen kurze stationäre Aufenthalte sowie eine schnelle Rehabilitation. „Mit Ausnahme der Bandscheibenzüchtung bieten wir alle Methoden auch für Kassenpatienten auf Krankenschein an, wenn ein stationärer Aufenthalt medizinisch begründet ist“, erklärt Dr. Schneiderhan. Bereits wenige Stunden nach dem Eingriff verspüren Patienten eine deutliche Schmerzminderung und gehen nach zwei bis drei Tagen nach Hause. Nach einer Woche spricht nichts gegen leichte körperliche Tätigkeiten oder Büroarbeit.

Bild: Praxisklinik Dr.Schneiderhan
Wirbelsäulenkathetertechnik bei Vernarbungen und nach Operationen
Unter örtlicher Betäubung und Bildwanderkontrolle sowie Kontrastmittelzugabe führen Mediziner eine Spezialkanüle zwischen Rückenmarkshülle und Wirbelkanal in den sogenannten Epiduralraum im Steißbeinbereich ein. Dank des hochelastischen Katheters setzen Ärzte so eine kleine Sonde exakt an die betroffene Nervenwurzel. Anschließend spritzen sie mehrmals eine individuell abgestimmte Medikamentenmischung gezielt an die schmerzende Stelle. „Die in dem Cocktail enthaltenden Schmerzmittel stellen gereizte Stellen ruhig und spezielle Enzyme lösen rückenmarksnahe Vernarbungen. Zudem lässt konzentrierte Kochsalzlösung Gewebe schrumpfen, das den Nerv bedrängt“, verdeutlicht der Orthopäde.
Mikrolasertherapie mit Vierfacheffekt
Bei Bandscheibenproblemen wie beispielsweise Bandscheibenvorwölbungen oder Bandscheibenvorfällen behandelt Dr. Schneiderhan Betroffene per Mikrolaser. „Über eine ultradünne, nur 0,2 mm dünne Mikronadel erreichen wir zielgenau auch schwer zugängliche Stellen an der Wirbelsäule“, erläutert der Wirbelsäulenspezialist. Außerdem wirkt Laserenergie vierfach. Denn die Strahlen schrumpfen Gewebe, verschweißen kleine Einrisse, unterbrechen Schmerzfasern und stoppen durch Wärmeeffekt die Weiterleitung der Schmerzsignale an das Gehirn. Auch Beschwerden, die nicht direkt an Nerven, sondern an der Bandscheibe entstehen, verschwinden.
Hitzesonde schaltet schmerzsensible Nervenfasern aus
Bestehen Schmerzen an Wirbelgelenken, kommt die minimalinvasive Hitzesonden-Therapie zum Einsatz. Mittels einer nur 0,4 mm dünnen Sonde, die sich computergesteuert auf 80 Grad erhitzt, schalten Mediziner schmerzende Nervenstrukturen aus und bremsen deren Leitfähigkeit.

Bild: Praxisklinik Dr.Schneiderhan
Autologe Bandscheibenzüchtung: Mit körpereigenen Zellen Bandscheiben reparieren
„Mit der Bandscheibenzelltransplantation steht uns jetzt eine ganz neue Methode zur Verfügung, um Patienten mit einem Bandscheibenvorfall oder Bandscheibenverschleiß zu behandeln“, erklärt Dr. Schneiderhan. Dank der Züchtung können Experten ursprüngliche Höhe und Funktionalität der Bandscheibe mit körpereigenen Zellen wieder herstellen. Vorteil: Bei der Zelltransplantation handelt es sich um ein biologisches Verfahren, das die natürlichen Eigenschaften der Bandscheibe wie beispielsweise die Stoßdämpferfunktion erhält. Unter örtlicher Betäubung und Schlafnarkose entnehmen Mediziner wenige Zellen des Bandscheibengewebes. Anschließend regen sie diese in einem Speziallabor mit einer ebenfalls vom Patienten entnommenen geringen Menge Blut zum Wachstum an. Innerhalb von drei Wochen entsteht die benötigte Anzahl der Zellen, die die Mediziner wieder über eine Kanüle und unter Bildwandlerkontrolle in den Bandscheibenkern einführen. „Nun vermehren sich die Zellen, schließen vorhandene Einrisse und sorgen für eine gesteigerte Wasseraufnahme. Folge: Die Bandscheibe erhält wieder ihr ursprüngliches Volumen“, verdeutlicht der Rückenexperte.
X-Stop-Therapie: Mini-Implantate bei krankhaften Veränderungen des Wirbelkanals
Ohne den Wirbelkanal zu öffnen, setzt der Neurochirurg ein kleines Titan-Implantat zwischen die Dornfortsätze auf der Wirbelsäulenrückseite ein. Dieser Stift drückt beide Knochenfortsätze dauerhaft auseinander und erweitert den Rückenmarkskanal. So wird der „Ischiasnerv“ vom Druck befreit und der Schmerz verschwindet.
Mikro-Trokar bei Bandscheibenvorfällen
Anstelle eines offenen Eingriffs drehen Neurochirurgen unter Vollnarkose eine Art Hohlschraube, den sogenannten Mikro-Trokar, durch empfindliche Muskelfasern und platzieren ihn an den betroffenen Bereich. „Durch diesen Zugang entfernen wir mithilfe eines Mikroskops und feinster Instrumente den Bandscheibenvorfall oder erweitern eingeengte Wirbelkanäle“, erläutert Dr. Schneiderhan.
Künstliche Bandscheibe erhält Beweglichkeit der Wirbelsäule
Unter leichter Vollnarkose nehmen Mediziner einen wenige Zentimeter langen Schnitt im unteren Bauchraum vor, je nach Lage der geschädigten Bandscheiben. Von der Vorderseite des Wirbels entfernen sie verschlissene Bandscheiben, korrigieren die Stellung der Wirbelkörper zueinander und verankern dann die Prothese im entstandenen Hohlraum. „Zwei Titanplatten mit kleinen Zähnen an der Ober- und Unterseite stützen die eingesetzte Bandscheibe. Aufgrund des natürlichen Drucks, den die Wirbel ausüben, bleiben die Prothesenteile an der richtigen Stelle“, erklärt Dr. Schneiderhan. Vorteile der Behandlung: Wiederherstellung der natürlichen Anatomie der Wirbelsäule ohne Verletzung der Rückenmuskulatur oder Nerven und damit eine schnelle Rehabilitation. Ebenfalls bleibt die Beweglichkeit der Wirbelsäule im betroffenen Bereich erhalten und eine Überbeanspruchung der angrenzenden Segmente lässt sich vermeiden.
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Quelle: Praxisklinik Dr.Schneiderhan
[ LP ]
     [11.01.2007]
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