
Nach einer kürzlich im renommierten American Journal of Clinical Nutrition erschienenen Meta-Analyse bewirken nur unversehrte Isoflavone im Sojaprotein signifikante Verbesserungen des Lipidprofils.Um zu klären, welche Bestandteile des Sojaproteins für die seit längerem bekannten vorteilhaften Veränderungen der Serumlipide verantwortlich sind, werteten die beiden chinesischen Forscher Zhan und Ho 23 zwischen 1995 und 2002 veröffentlichte, randomisierte und kontrollierte Studien für den ersten umfassenden Bericht zu dieser Thematik aus. Für die Dauer von durchschnittlich acht Wochen verzehrten die insgesamt 1.381 Probanden eine Kost mit Isoflavonen enthaltenden Sojaproteinen beziehungsweise Isoflavon-Extrakte, während die Kontrollgruppen Casein-, Molkeproteine, Fleisch oder Milch erhielten. Neben 12 Studien mit der üblichen westlichen (Zivilisations-)Kost und dementsprechend hohem Fett- und Cholesteringehalt bezogen die Wissenschaftler auch sieben Studien mit ein, die sich durch eine geringe Aufnahme von Fett (unter 30 Prozent der Energie) und Cholesterin (unter 200 Milligramm pro Tag) auszeichneten, berichtet Reiche. Im Vergleich zu den Kontrollgruppen ging die Einnahme des isoflavonhaltigen vollständigen Sojaproteins mit einer signifikanten Verringerung der Serumkonzentration des Gesamtcholesterins um 3,77 Prozent, des LDL-Cholesterins um 5,25 Prozent und der Triglyceride um 7,27 Prozent einher, wogegen sich die Konzentration an HDL-Cholesterin statistisch bedeutsam um 3,03 Prozent erhöhte. Dabei war diese günstige Beeinflussung des Lipidprofils bei Hypercholesterinämie und fett- und cholesterinarmer Ernährungsweise besonders ausgeprägt, während sich bei einer fettreichen Kost durch die Einnahme von Soja-Isoflavonen alleine keine positiven Effekte erzielen ließen, stellt Ernährungswissenschaftler Reiche fest. Darüber hinaus zeigten sich bei Männern deutlichere Senkungen des Gesamt- und LDL-Cholesterins als bei Frauen, von denen wiederum junge Frauen bessere Resultate als Frauen nach dem Klimakterium aufwiesen. Dafür profitierten vor allem letztere von der günstigen Auswirkung des Sojaproteins auf das HDL-Cholesterin, da Phytoöstrogene, wie die Isoflavone, etwa 0,1 Prozent der Wirkung von endogenen Östrogenen haben. Die Forscher erklären nun die relativ geringe Verringerung des Cholesterinspiegels bei Frauen nach der Menopause mit der niedrigen Isoflavon-Dosis von im Mittel 80 Milligramm pro Tag, die nicht ausreicht, um die fehlende Östrogenproduktion zu kompensieren. Daher empfehlen sie, höhere Isoflavon-Konzentrationen über vollständiges Sojaprotein aufzunehmen, zumal sich das Ausmaß an positiver Beeinflussung des Lipidprofils bei Probanden beiderlei Geschlechts und jeden Alters mit zunehmender Zufuhr an Isoflavonen vergrößerte. Dagegen erwiesen sich Tabletten mit aus Soja extrahierten Isoflavonen als ineffektiv in Bezug auf die Cholesterinsenkung. Aus diesem Grund empfehlen die Autoren, stattdessen phytoöstrogenreiche Lebensmittel wie beispielsweise Sojabohnen, Tofu oder Sojamilch im Rahmen einer fett- und cholesterinarmen Ernährung zu verzehren. Die langfristige Einnahme von isoflavonhaltigem Sojaprotein verbessert insbesondere über die Erhöhung des HDL-Cholesterins das Lipidprofil und kann so zu einer Senkung des Risikos für Herz-Kreislauf-Krankheiten beitragen, betont Reiche abschließend. Weitere interessante Informationen zum Thema Cholesterin sind in der Broschüre "Cholesterinspiegel schonend senken" zu finden, die gegen Einsendung von 3 Euro in Briefmarken bei der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V., Mariahilfstr. 9, 52062 Aachen, oder als Download auf www.ernaehrungsmed.de erhältlich ist.
Anzeige Tipp zum Jahr der gesunden Abnehmens Sojamilch hat mit 1,5 Prozent genauso wenig Fett wie fettarme Milch und liefert bereits mit knapp einem halben Liter 40 Milligramm Isoflavone.
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