
Die konjugierte Linolsäure (CLA) steht derzeit im Mittelpunkt der Lipidforschung und erzeugt großes Interesse bei Ernährungswissenschaftlern und Verbrauchern aufgrund ihrer möglichen gesundheitsförderlichen Wirkungen auf den Menschen.Aufgrund von Studienergebnissen werden CLA eine Reihe von Wirkungen wie Reduktion der Fettmasse, Erhöhung der Magermasse, antiatherosklerotische und antikanzerogene Effekte sowie eine Verstärkung der Immunfunktion, eine verbesserte Insulinresistenz und eine Hemmung von Entzündungsprozessen zugesprochen, weiß Gesellschaftssprecher Sven-David Müller-Nothmann. Natürlicherweise kommt CLA vor allem in Milchfett und Fleisch von Wiederkäuern wie Rind, Schaf und Ziege vor. Sie wird im Pansen durch Enzyme des Bakteriums Butyrovibrio fibrisolvens aus Linolsäure gebildet. Der Wissenschaftler Doktor Michael Pariza wies bereits 1978 an der University of Wisconsin, Madison (USA), erstmals konjugierte Linolsäure nach. Er stellte damals antimutagene Eigenschaften in einem Extrakt aus gegrilltem Rindfleisch fest, die er der konjugierten Linolsäure zuschrieb. Daraufhin untersuchten Wissenschaftler anhand von Tiermodellen weitere Effekte von CLA. Diese Beobachtungen haben zu zahlreichen Spekulationen hinsichtlich möglicher vergleichbarer Wirkungen am Menschen geführt. Um ähnliche Ergebnisse wie in Tierstudien erzielen zu können, reichen die enthaltenen Mengen in Lebensmitteln nicht aus. Bisher existieren nur wenige Daten hinsichtlich der Auswirkungen einer langfristigen Anwendung von CLA-Präparaten am Menschen. Eine jetzt vorliegende doppelblind, placebokontrollierte Studie (1), die in der renommierten Fachzeitschrift "American Journal of Clinical Nutrition" veröffentlicht wurde, zeigte erstmals eine langfristige Wirksamkeit und Sicherheit einer CLA-Supplementation bei gesunden übergewichtigen Personen. Die Wissenschaftler stellten am Ende der einjährigen Studie eine signifikant geringere Körperfettmasse bei den CLA-Probanden gegenüber der Placebogruppe fest. Die hohe Compliance und die geringe Abbruchrate weisen auf eine gute Toleranz der CLA-Supplemente hin. Dennoch gilt es, in weiteren Studien die Rolle von CLA bei koronaren Herzkrankheiten, Diabetes mellitus und oxidativem Stress zu klären, um abschließend die Wirksamkeit und Sicherheit einer langfristigen CLA Einnahme bewerten zu können, so Sonntag abschließend. LP
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