
73, 1 % der Umfrageteilnehmer halten das Verordnen von Scheinmedikamenten zur
Senkung der Kosten im Gesundheitswesen für vertretbar. Erkrankungen durch Wunschdenken heilen? Anzeige 74 Prozent der Teilnehmer an einer Umfrage der Website GEO sind sicher, dass Erkrankungen durch Wunschdenken,
also durch Selbstheilung des Körpers, geheilt werden können. Knapp 7
Prozent schließen eine solche Selbstheilung aus. 19 Prozent halten
sie "vielleicht" für möglich. Dies ist das Ergebnis einer nicht
repräsentativen Umfrage, an der sich 1030 Besucher auf der
GEO-Website beteiligt haben. Anlass war die Titelgeschichte in der
neuen Printausgabe von GEO ("Wie der Geist den Körper heilt").
Können Scheinmedikamente echte Arzneien ersetzen? Kann schon der
Glaube an Heilung tatsächlich gesund machen? Das zu akzeptieren, hat
sich die Schulmedizin lange gewehrt. Die Teilnehmer der
GEO-Umfrage dagegen trauen dem so genannten "Placebo-Effekt"
durchaus große Heilerfolge zu.
Wie viele Heilerfolge sind dem Scheinmedikamenten zu verdanken Auf die Frage "Was schätzen Sie: Wie viele Heilerfolge sind dem
Placebo-Effekt, also Scheinmedikamenten, zu verdanken?", antworteten
38 Prozent der Befragten, sie glaubten, "bis zu 40 Prozent aller
Heilungen" seien auf diesen Effekt zurückzuführen sind. Gut 19
Prozent halten dies sogar in "bis zu 60 Prozent aller Fälle" für
möglich. Nur 1,8 Prozent glauben, dass auf den Placebo-Effekt "gar
keine Heilungserfolge" zurückzuführen sind.
Bemerkenswert vor dem Hintergrund der Diskussionen um die Kosten
des Gesundheitswesens: Solange es medizinisch vertretbar ist, wären
73 Prozent der Befragten einverstanden, wenn zur Kostensenkung auch
Scheinmedikamente verordnet würden.
![]() Das Vertrauensverhältnis zu Schulmedizinern ist offenbar gestört:
40 Prozent der Befragten waren schon einmal bei Naturheilern oder
könnten sich vorstellen, dorthin zu gehen. 66 Prozent sind sich
sicher, dass Ärzte die Macht der Selbstheilungskräfte bei ihren
Therapien nicht berücksichtigen, und 77 Prozent vertreten die
Meinung, dass Ärzte zu viele Medikamente verschreiben. Zu dieser
Skepsis passt der Eindruck von knapp 80 Prozent der Befragten, die
das Gefühl haben, dass die Ärzte sich für Patientengespräche nicht
ausreichend Zeit nehmen. ME
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