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Erste Hilfe nach Quallenattacken
Erste Hilfe-Maßnahmen bei Verletzungen durch Quallen, Petermännchen und Seeigel, damit aus Ihrem Urlaub kein Alptraum wird.

Quallen an Nord- und Ostsee sind zumeist harmlos. Nicht jedoch die gelblich bis rot gefärbte Feuerqualle Cyanea capillata und die kleinere Blaue Nesselqualle Cyanea lamarckii, deren Nesselgifte starke Hautreizungen auslösen. Eine tödliche Gefahr bedeutet dies nicht. Es kann allerdings vereinzelt zu Kreislaufproblemen oder zu starken allergischen Reaktionen kommen – besonders bei dafür empfindlichen Personen und bei wiederholtem Kontakt mit den oft meterlangen Fangfäden. In der Nordsee kommen Quallen bei warmen Wassertemperaturen und Ostwind vermehrt in Ufernähe. In die westliche Ostsee gelangen Feuerquallen aus der Nordsee kommend.
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Leuchtquallen im Mittelmeer
Im Mittelmeer sollte man sich vor der im Hochsommer bisweilen in Schwärmen auftretenden, nur etwa fünf Zentimeter großen Leuchtqualle hüten, auch sie kann starke Hautreizungen auslösen. Bisweilen sperren die Behörden wegen ihr sogar Strände. Im westlichen Mittelmeer und im südlichen Atlantik kommt zudem die "Portugiesische Galeere" vor, eine auf dem Wasser treibende Polypenkolonie, mit sehr stark nesselnden Fangarmen. Über Wasser sieht man nur eine kleine, transparente, leicht bläuliche Blase, unter Wasser befinden sich bis zu 20 Meter lange, dünne Fangarme. Gelegentlich wird die Portugiesische Galeere in Ufernähe getrieben oder strandet. Berührungen mit ihr sollte man in jedem Fall vermeiden.
Petermännchen im Atlantik
Recht unangenehme Meeresbewohner können auch Petermännchen sein – keine garstigen Gnome, sondern kleine, stachelige, am Meeresboden lebende Fische. In der Nord- und Ostsee stößt der Badegast sehr selten auf sie, eher schon am Atlantik oder Mittelmeer. Wenn man beim Baden auf die giftigen Stacheln eines Petermännchens tritt, verursacht das starke Schmerzen, die oft über Monate anhalten. Daher sollte man sich im Wasser besser Badeschuhe anziehen. Die bewahren einen auch vor scharfen Muschelschalen, Glasscherben oder Seeigelstacheln. Vorsicht auch auf Fischmärkten am Mittelmeer: Dort verkauft man Petermännchen unter anderem als schmackhafte Zutat für Bouillabaisse. Die Vorbereitung der Fische birgt Verletzungsrisiken und sollte erfahrenen Köchen vorbehalten bleiben. Das Gift selbst wird durch die Hitze beim Kochen zerstört.
Wenn man beim Baden auf die giftigen Stacheln eines Petermännchens tritt, verursacht das starke Schmerzen, die oft über Monate anhalten. Daher sollte man sich im Wasser besser Badeschuhe anziehen.
Vorbeugen:
Es gibt noch viele hier nicht genannte bewehrte oder giftige Meeresbewohner, doch entweder kommen sie in europäischen Gewässern nicht vor oder man begegnet ihnen eher als Taucher oder Angler. Den Badegast am Strand schützen folgende Maßnahmen: Um bei Kontakt mit einer Feuerqualle schnell Hilfe zu bekommen, empfiehlt es sich, nicht alleine zu baden und immer in Ufernähe zu schwimmen. Das ist auch wegen möglicher Meeresströmungen im freien Wasser ratsam.
Wenn möglich, sollte man Badeschuhe tragen, nicht in Höhlungen von Felsen fassen und keine angeschwemmten Meerestiere berühren.

Nie bei großem Quallenaufkommen baden und bei Kontakt mit Feuerquallen sofort das Wasser verlassen.

Allergiker sollten Medikamente gegen akute allergische Reaktionen für alle Fälle mit an den Strand nehmen.
Maßnahmen:
Die Fäden stark nesselnder Quallen darf man nicht mit Süßwasser oder Alkohol abwaschen, nicht abwischen und nicht drücken, sonst platzen noch mehr Nesselkapseln auf. Stattdessen auf die anklebenden Fäden Sand streuen, leicht antrocknen lassen und dann abschaben, beispielsweise mit einer Kreditkarte oder der stumpfen Kante eines Messers. Statt Salzwasser und Sand eignet sich auch Rasierschaum oder eine vorhergehende Behandlung mit Speiseessig. Bei der Leuchtqualle im Mittelmeer hat sich Magnesiumsulfatlösung bewährt.
Die Hautreizungen kann man im Anschluss (!) an die Entfernung der Fangfäden mit antihistaminika-haltigen Präparaten und mit Coldpacks aus der Apotheke lindern.
Seeigelstacheln müssen möglichst komplett entfernt werden, sie können sonst eitrige Wunden verursachen. Dabei hilft eine Pinzette und eventuell eine Zugsalbe aus der Apotheke. Die Stichstellen sollte man desinfizieren und mit einem Pflaster versehen. Wenn abgebrochene Stacheln in der Wunde stecken, muss diese der Arzt entfernen.
Bei Stichen durch Petermännchen ist ärztliche Hilfe ratsam. Als erste Maßnahme kann man mit der Temperaturschockmethode das Gift in der Wunde zumindest teilweise inaktivieren. Dazu muss man die Stichstelle fünf bis zehn Minuten erwärmen, am besten mit einem Föhn (nicht zu stark, sonst besteht Verbrennungsgefahr), und danach mit einem Eisbeutel fünf bis zehn Minuten kühlen. Die Wunde sollte man desinfizieren und mit einem Pflaster versehen. RS
     [12.07.2003]
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