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Teil 1: Traditionsgetränk Apfelwein
Die Geschichte der Landkelterei Höhl.

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Siegeszug des Stöffchens
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Schon früh hat die Menschheit entdeckt, dass aus süßen Obstsäften auf geheimnisvolle Weise säuerlich schmeckende Getränke entstehen, die Geist und Seele beflügeln. So brachte sich bereits Karl der Große mit Apfelwein in Stimmung und verordnete eine sachgemäße Herstellung des Getränks. Im Jahr 1066 führte Wilhelm der Eroberer die französische Apfelweinherstellung in England ein. Noch heute zählen die Engländer zu den größten Apfelweinkelterern. Nach Hessen kam das "Stöffche" im 16. Jahrhundert. Damals geriet der Weinanbau durch Missernten immer mehr in Verruf und ging dramatisch zurück. Das war die Geburtsstunde des Apfelweins. Die ehemaligen Rebstöcke mussten den Apfelbäumen weichen. Allen voran in der Hochstädter Gemarkung.

Dr. Johanna Höhl freut sich über die saftigen Mostäpfel, die einen guten Apfelwein ausmachen. Foto: Landkelterei Höhl Hochstadt
Hochburg des Apfelweins
Der erste Hinweis auf die Kelterung von Apfelwein in Hochstadt stammt aus dem Jahre 1601. Zunächst wurde der Apfelsaft nur für den Hausgebrauch gekeltert. Erst Michael Weber, der im Jahre 1779 das Stammhaus der Kelterei Höhl gründete, sah in dem "Stöffche" eine kommende gewerbliche Einnahmequelle. Hochstadt wurde zu einer Hochburg hessischen Apfelweins.
Innovativer Marktführer mit Tradition
Rebstöcke gab es schon lange keine mehr, da machte Wilhelm Höhl die kleine Familienkelterei zu einem modernen Unternehmen, das sich in Herstellung, Logistik und Vertrieb auf die veränderten Märkte einstellte. Tradition und Kelterkunst wurden dabei nie vernachlässigt. Heute führt Dr. Johanna Höhl gemeinsam mit ihrem Cousin, Thomas Höhl, in achter Generation die Firmenspitze an. Das Unternehmen steht inzwischen für mehr als 226 Jahre Keltertradition und ist seit über 30 Jahren Marktführer in der Apfelweinbranche. Den hohen Qualitätsstandard der sensiblen Naturprodukte zu wahren und auszubauen gehört ebenso zur Philosophie des Familienunternehmens wie der stetige Ausbau der Qualität durch die Verknüpfung traditionsgebundener Kelterprinzipien mit modernster Betriebstechnologie.

Wilhelm Höhl (2.v.re.) begrüßt einen Zehnkämpfer (2.v.li.) aus der Region, der sich mit Apfelwein fit hielt. Foto: Landkelterei Höhl Hochstadt
Naturprodukte von heimischen Wiesen
Die Basis des modernen, gesunden Obstanbaus ist ein intaktes ökologisches System. Die ungespritzten und unbehandelten Äpfel wachsen und reifen auf den heimischen Streuobstwiesen. Sie bilden den natürlichen Ausgangsstoff der unverfälschten Produkte der Landkelterei Höhl: Apfelweine, Apfelsaft, Apfelschorle, Apfelcidre, Apfelessig und das jüngste "Baby": POMP secco - Apfelwein mit Rieslingsekt. Bis zu 25.000 Tonnen Äpfel werden für diese Produkte jährlich in Hochstadt verarbeitet, deren Saft und Wein in 60 Edelstahltanks mit durchschnittlich 300.000 Liter Fassungsvermögen je Tank lagern. So liefert das Traditionsunternehmen seine Produkte weit über die Grenzen Hessens hinaus.

Eines der bekanntesten Produkte der Apfelweinkelterei Höhl ist der "Alte Hochstädter". Foto: Landkelterei Höhl Hochstadt
Wer einen Einblick hinter die Kulissen des Kelterhandwerks bekommen möchte, kann an den Betriebsführungen teilnehmen, die bei der Landkelterei Höhl in Hochstadt angeboten werden. MC
Weitere Informationen unter www.hoehl-hochstadt.de und www.schlemmerregion.de
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     [15.06.2005]
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