
Gutes Cholesterin -böses Cholesterin. Wo kommt es her und was macht es?| [SerienStart] Teil [01] [02] [03] [04] |
Cholesterin ist eine fettähnliche Substanz mit lebenswichtigen Aufgaben. Der Name stammt aus dem Griechischen und bedeutet "Galle” (chole) und "fest” (stereos). Cholesterin kommt als Grundsubstanz des menschlichen Körpers in nahezu allen Geweben vor und ist unverzichtbar bei diversen Stoffwechselvorgängen: Der menschliche Körper braucht Cholesterin zur Energielieferung, als Baustein für seine Zellwände, ebenso als Basis für die Bildung von Gallensäuren, ohne die eine Fettverdauung im Dünndarm nicht zustande käme sowie für die Herstellung von Hormonen der Nebennierenrinde (wie Östrogen und Testosteron) und zur Bildung von Vitamin D.
Anzeige Was ist gut, was böse? Cholesterin ist eine fettartige Substanz und im Blut nicht löslich. Um trotzdem übers Blut in die einzelnen Zellen transportiert werden zu können, bedient es sich Trägersubstanzen, so genannter Apoproteine. Die Kombination aus Apoprotein und Fett (Lipid) ergibt ein Lipoprotein. Je nach ihrer Dichte unterscheidet man Lipoproteine mit niedriger und hoher Dichte, den LDL (Low Density Lipoprotein) oder den HDL (High Density Lipoprotein), oder den schädlichen LDL und den guten HDL. Experten sagen, dass der Quotient der beiden Cholesterin-Werte zueinander aussagefähiger ist als der bloße Cholesterin-Grenzwert. Dieser Quotient sollte unter 2,5 liegen. Beispiel: Ist der LDL-Anteil am Gesamtcholesterin 140 und der des HDL 70, so liegt der Quotient bei 2,0 – was sehr gut ist.
Was macht Cholesterin? Schädlich wirkt Cholesterin dann, wenn zuviel von dem negativen LDL-Cholesterin vorhanden ist, das führt nämlich zu Ablagerungen an den Gefäßwänden, so genannten Plaques, die im Laufe der Zeit die Blutgefäße zunehmend von außen nach innen einschnüren können. Das kann die spröde Gefäßinnenhaut reißen lassen. Der Organismus versucht die Risse zu schließen, in dem er Blutgerinnsel bildet. Diese schließen nicht nur die Risse, sondern verstopfen auch die Blutgefäße – Arteriosklerose (Arterienverkalkung) entsteht, Lebensgefahr droht. Denn genau so entsteht Herzinfarkt oder Schlaganfall, die Todesursache Nummer eins in westlichen Ländern. 2001 starben allein infolge eines Herzinfarktes 71.000 Menschen.
Das gute HDL indes ist eine nützliche Cholesterinverpackung. Es nimmt überschüssiges Cholesterin aus den Körperzellen und dem Blut auf und bringt es zur Leber zurück. HDL kann sogar bereits an den Gefäßwänden sitzendes Cholesterin wieder herauslösen. Es sorgt also dafür, das die Gefäßverkalkung gebremst wird.
Wo kommt es her? Rund drei Viertel des Cholesterins stellt die Leber selbst her, etwa ein bis zwei Gramm pro Tag, was den Eigenbedarf auch bei einer komplett cholesterinfreien Ernährung decken würde. Die Leber ist bei der Eigenherstellung von Cholesterin der Hauptproduktionsort und zugleich auch der größte Speicherplatz. Der Hauptteil des Cholesterins wird in der Leber zu Gallensäuren umgewandelt, die über die Gallenblase in den Darm entleert werden und dort eine essentielle Rolle bei der Fettverdauung spielen.
Nur den kleinen Rest, ein Viertel, nehmen wir über das Essen auf. Dieses körperfremde Cholesterin findet sich in Nahrungsmitteln tierischer Herkunft, wie etwa in Butter, fettreiche Wurstarten und Innereien. Deshalb ist es auch so schwierig, die Diagnose "zu hoher Cholesterin-Wert” über die bloße Kontrolle der Nahrung in den Griff zu bekommen.
Wie entsteht zu hohes Cholesterin?
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