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Präventive Ernährungsstrategien
Genuss mit Köpfchen

Moderne Stoffwechselforschung fordert grundlegenden Kurswechsel
Wachsende Popularität alternativer Ernährungsansätze
Erfolgreiches Gewichtsmanagement ohne Verzicht
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Umdenken dringend erforderlich. "Kaum eine Ernährungsrichtlinie verinnerlichten Verbraucher so perfekt, wie den Aufruf zur regelrechten Fett-Verbannung. Fett macht fett, Kohlenhydrate dagegen schlank und fit", informiert Dr. Nicolai Worm, Ernährungswissenschaftler aus München. Doch während "fettreduziert" und "light" heute längst zum modernen Lebensstil gehören und der Hinweis "kalorienarm" Konsumenten veranlasst, beruhigt ins Supermarktregal zu greifen, gerät das Dogma, den Fettverzehr zugunsten der Kohlenhydrate zu reduzieren, zunehmend ins Wanken. Ursache: der rasante Anstieg ernährungsbedingter Erkrankungen und der Frust über das chronische Scheitern von Diäten beschäftigen seither Ernährungsexperten weltweit. "Es scheint, als hätte uns ausgerechnet der üppige Kohlenhydratverzehr den Zivilisationsleiden noch näher gebracht. Denn obwohl wir – wie seit Jahrzehnten von offiziellen Ernährungsgesellschaften propagiert – immer mehr Kohlenhydrate essen, steigt die Zahl Übergewichtiger und Zuckerkranker unaufhaltsam," erläutert der Experte das offensichtlich fehlgeschlagene Massenexperiment.
Fettaugen zählen war gestern
Während die Wissenschaft noch mit dem Thema "Volksgesundheit" und in der Konfrontation mit sich selbst ringt, macht der gesundheitsbewusste Verbraucher auf der Suche nach Alternativen längst Nägel mit Köpfen. Statt die täglichen Mahlzeiten kritisch als Kalorienquelle zu betrachten, weiß er sie bewusst als Kontrollsystem für sein Dickmacher-Hormon Insulin einzusetzen. Selbst eingefleischte Bierliebhaber gewinnen dem neuen Ernährungskonzept durchaus positive Seiten ab. "Ursprünglich für Diabetiker gebraut, erfreut sich Diät-Pilsner als vollwertige Alternative besonders unter Kohlenhydrat-Meidern wachsender Beliebtheit" berichtet Jeff Maisel, Geschäftsführer der Brauerei Gebr. Maisel KG, Bayreuth, die schon seit Anfang der 60er Jahre kohlenhydratreduziertes Bier braut. Hintergrund: Der Mensch kann die Insulinausschüttung über seine Ernährung regulieren und den Körper dabei unterstützen, sich auf den tatsächlichen Energiebedarf einzustellen und vorzugsweise Fett zu verbrennen. Das Geheimnis des Erfolges basiert auf einer zuverlässig niedrigen Blutzuckerwirkung, die figurbewusste Genießer durch eine ballaststoffreiche, fettbewusste, eiweißreiche und vor allem kohlenhydratreduzierte Kost sicherstellen. Diese unterstützt einen möglichst konstanten Blutzuckerspiegel auf niedrigem Niveau, der bei konsequenter Ernährungsumstellung einer unerwünscht starken Kalorienspeicherung vorbeugt. Kohlenhydrate – verarbeitet zu Zucker, Stärke und Weißmehl – hingegen provozieren die Freisetzung großer Mengen Insulin, das im Übermaß Hunger und Fettansatz fördert. "Über diesen Mechanismus nehmen Menge und Qualität der Nahrungsquellen eine Schlüsselfunktion in der Frage ein, ob Menschen schlank bleiben oder übergewichtig werden", verdeutlicht Dr. Nicolai Worm, "denn bei hohem Kohlenhydratkonsum greift der Körper erst auf seine Fettreserven als Energielieferant zurück, wenn die Kohlenhydratvorräte zur Neige gehen." Folglich gilt: vom Speiseplan zu verbannen, was den Blutzucker schnell ansteigen lässt und den Appetit anheizt. Auskunft gibt die glykämische Last (GL) eines Lebensmittels. Je kleiner der Wert, desto geringer die Insulinausschüttung, desto nachhaltiger das Sättigungsgefühl nach einer Mahlzeit.

Ausführliche Informationen finden Sie in dem Buch "Die LOGI-Methode: Glücklich und schlank" von Dr. Nicolai Worm, systemed Verlag, Lünen
Hohe Sättigungswirkung bei geringer Energiedichte
Mühsames Kalorienzählen hilft nur Wenigen dabei, dauerhaft abzunehmen. "Eine Kalorie ist eben nur im Physiklabor eine Kalorie. Im Körper gibt es doch deutliche Unterschiede – je nachdem ob die Kalorien aus Eiweiß oder aus Kohlenhydraten stammen", erklärt der Ernährungsexperte. Zudem entscheidet der Kohlenhydratanteil einer Mahlzeit darüber, wie effizient der Körper die Nahrungsenergie verwertet und wie stark das Essbegehren insgesamt ausfällt. Daraus folgt: Nicht allein der jeweilige Energiegehalt der Lebensmittel entscheidet, sondern auch ihr Einfluss auf Stoffwechsel und Wohlbefinden. So gilt selbst der Irrglaube vom angeblichen Dickmacher "Alkohol" heute längst als widerlegt. Täglich in moderater Form konsumiert, verleiht ihm die Wissenschaft heute vielmehr das Prädikat "protektiv wirksam" im Hinblick auf Herz-Kreislauferkrankungen. "Heute wissen wir, dass einfache Tricks helfen, möglichst lange satt zu bleiben", betont Dr. Nicolai Worm und verrät: "Das erste und wichtigste Sättigungssignal, das unser Gehirn erhält, löst die Dehnung der Magenwand aus. Das bedeutet, je schwerer und voluminöser eine Mahlzeit, desto schneller die Sättigung – unabhängig vom Kaloriengehalt. Der Eiweißanteil sorgt für nachhaltige Sattheit. Entsprechend bilden Gerichte mit niedriger Energie- und hoher Nährstoffdichte den Schlüssel zu einer dauerhaft negativen Energiebilanz. Erkenntnisse, denen die so genannte LOGI-Methode (Low Glycemic and Insulinemic Diet) – vom Münchener Ernährungswissenschaftler in Anlehnung an Empfehlungen der Medizinischen Fakultät der Harvard-Universitätsklinik Boston (USA) weiterentwickelt – auf optimale Weise Rechnung trägt. Sie rät dazu, den Kohlenhydratanteil auf 20 bis 30 Energie-Prozent zu reduzieren und die benötigte Energie zu 40 bis 50 Prozent aus fetthaltiger und zu 20 bis 30 Prozent aus eiweißhaltiger Nahrung zu beziehen. Während stärkearmes Obst und Gemüse, Salate, ungesättigte Fettsäuren und gesunde Öle das gesunde Fundament legen, gilt es auf "Hungermacher" wie Mehl- und Weißmehlbrotprodukte, Zuckerhaltiges und Süßes möglichst ganz zu verzichten.
Das Gute daran
Neben dem Aspekt der Alltagstauglichkeit und des langfristig praktizierbaren Gewichtsmanagements, belegen Studien immer wieder: Durch die Behebung gravierender Ernährungsfehler lässt sich der Typ-2-Diabetes zu 90 Prozent verhindern. Darüber hinaus versprechen die positiven Effekte auf Blutzucker und Fettstoffwechsel eine erhebliche Senkung des Herz-Kreislauf-Risikos. Ein erster Schritt zur Prävention – mit Genuss. MC
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Weitere Informationen unter www.logi-methode.de
     [06.08.2006]
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