
Lakritz kann Herpesviren in den Suizid treiben.Der Süßholzzucker, auch Glycyrrhizinsäure genannt, ist nicht nur für den typischen Geschmack von Lakritz verantwortlich, sondern erwies sich auch in Studien als wirksam gegen akute Herpesinfektionen. Herpesviren können jedoch, wie viele andere Viren, in getarnter Form im Körper überdauern und erst nach längeren Zeiträumen in einen aktiven Zustand zurückkehren. Francesca Curelli, Alvin E. Friedman-Kein und Ornella Flore von der Mikrobiologischen Abteilung der New York University School of Medicine entdeckten nun, dass der Süßholzzucker auch Viren im Schlummerzustand unschädlich machen kann, erklärt Karima Jung. Im Labortest zeigten gesunde Zellen keinerlei Reaktionen auf den Süßholzzucker, im Gegensatz zu den befallenen Zellen, die innerhalb von neun Tagen abstarben. Die Wirkungsweise von Glycyrrhizinsäure beruht darauf, dass sie die Tarnung der Viren auffliegen lässt, indem sie die Produktion eines der Virusproteine, welches die Entdeckung des Erregers durch die Zelle verhindern soll, blockiert, erläutert Jung. Derartig enttarnt reagieren die Eindringlinge mit Selbstzerstörung. Die im Labor erhaltenen Ergebnisse lassen sich jedoch noch nicht am menschlichen Organismus nachvollziehen, da die bislang notwendige Dosis des Süßholzzuckers noch viel zu hoch ist, um Betroffene zu behandeln. Die Forscher sind jedoch zuversichtlich, eine erfolgversprechende Maßnahme gegen latente Virusinfektionen entdeckt zu haben, so Jung abschließend.
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