
Vitamin- und Mineralstoffpräparate liegen im Trend: die Nachfrage nach Präparaten zur Nahrungsergänzung ist im vergangenen Jahr um 12 Prozent angestiegen und hat den Herstellern mehrere Millionen Euro an Umsatz zusätzlich eingebracht.Nahrungsergänzungsmittel enthalten Vitamine und/oder Mineralstoffe in konzentrierter Form, erklärt Gesellschaftssprecher Sven-David Müller-Nothmann. Sie sind zum Beispiel als Brausetabletten oder in Kapselform erhältlich. Besonders gefragt sind Nahrungsergänzungsmittel, die laut ihrer Werbung für den Verbraucher einen erkennbaren Nutzen haben wie zum Beispiel Mittel gegen Wechseljahrsbeschwerden, Zuckerkrankheit, Multivitaminpräparate mit Mineralstoffen oder Antiallergika. Viele Menschen befürchten, dass sie mit konventionellen Lebensmitteln zu wenig Vitamine und Mineralstoffe aufnehmen und greifen daher täglich zu Mineralstoff- oder Vitaminpräparaten. Diese Sorgen sind allerdings unnötig, denn wer abwechslungsreiche Mahlzeiten mit reichlich Obst und Gemüse isst, der nimmt mit der Nahrung alle notwendigen Vitamine und Mineralstoffe auf. In der Praxis ist eine Beweisführung zum Nutzen von Vitamin- und Mineralstoffsupplementen nur schwer zu verwirklichen, denn bei randomisierten placebokontrollierten Studien mit klinischen Endpunkten muss die individuelle Vitamin- und Mineralstoffaufnahme durch die Nahrung berücksichtigt werden. Dennoch können Nahrungsergänzungsmittel eine sinnvolle Ergänzung zu einer gesunden, vollwertigen Ernährungsweise sein. In Deutschland ist die Vitaminversorgung insgesamt zufriedenstellend, mit Ausnahme von Vitamin D und E, Folat und Pantothensäure. Risikomineralstoffe, bei denen eine höhere Zufuhr wünschenswert ist, sind Calcium, Fluorid, Eisen und Jod [1]. Bestimmte Lebensumstände wie Rauchen, Krankheit oder Medikamenteneinnahme können zu einem erhöhten Vitaminbedarf führen. Vor allem ältere Menschen, chronisch Kranke wie Diabetiker, Schwangere oder Sportler können von einer Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln profitieren. Ein hoher Konsum von Vitaminen und Mineralstoffen zum Gesundwerden oder zur Krankheitsvorbeugung nach dem Motto "Viel hilft viel!" kann jedoch nach hinten losgehen, warnt Reimers. Eine mögliche vorbeugende Wirkung von hochdosierten, antioxidativ wirkenden Vitaminen, beispielsweise gegen Krebs oder Hauterkrankungen, wird zwar in der Fachwelt diskutiert, gilt aber als noch nicht bewiesen. Bisher konnten Wissenschaftler keine präventive Wirkung von hohen Dosierungen von Vitamin- und Mineralstoffpräparaten nachweisen, im Gegenteil: In hoher Dosierung können diese Präparate eher schaden als nutzen. Insbesondere die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K lagert der Körper bei einer Überdosierung ein und diese können so zu gesundheitlichen Schäden führen. Eine normale beziehungsweise vom Hersteller empfohlene Dosierung ist dagegen unbedenklich, denn die Höchstgrenzen an Vitamin- und Mineralstoffgehalten werden vom Gesetzgeber festgelegt. Eine Überdosierung ist dadurch ausgeschlossen. Interessanterweise – so zeigt eine Studie des Robert Koch Instituts - nehmen aber gerade die Menschen, die sich vitamin- und mineralstoffreich ernähren und eine Supplementierung nicht unbedingt brauchen, mehr Nahrungsergänzungsmittel zu sich als solche, bei denen eine Supplementierung sinnvoll wäre. Warum das so ist, kann man nur vermuten. Wahrscheinlich leben die Personen, die Nahrungsergänzungsmittel einnehmen, schon von vorneherein gesundheitsbewusster, sagt Reimers. Dennoch ist die Einnahme von Vitamin- und Mineralstoffsupplementen keine Alibifunktion für geringen Verzehr von Obst und Gemüse. Oft sehen Verbraucher Nahrungsergänzungsmittel auch als Medikamente an, so Reimers. Wie der Name aber schon sagt, sind sie als Ernährungsergänzung gedacht und nicht als "Nahrungsersatzmittel" oder Arzneimittel. Vitaminpille und Co. sind keine Wundermittel bei Erkrankungen und sie ersetzen keinesfalls eine Ernährungs- und Diätberatung oder gar einen Arztbesuch, stellt Reimers klar. Seit dem 28. Mai 2004 ist eine neue Verordnung vom Bundestag über Nahrungsergänzungsmittel in Kraft getreten. Diese Verordnung sorgt für mehr Transparenz im wachsenden Markt für Vitamin- und Mineralstoffpräparate und für mehr Verbraucherschutz. Nahrungsergänzungsmittel sind durch die neue Verordnung sicher und können praktisch nicht überdosiert werden, wenn man sich an die Herstellerangaben hält, so Reimers abschließend.
Anzeige Tipp zum Jahr des gesunden Abnehmens Vanilleduft kann den Appetit auf Süsses reduzieren. Durch den Vanilleduft wird im Körper das glücklich machende Hormon Serotonin ausgeschüttet. Eine Duftlampe mit Vanillearoma an den Lieblingsplatz gestellt, hebt die Laune und lässt so den Schokoladenhunger praktisch "verduften".
Quelle: Ernährungsbericht 2004, Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V., Bonn
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