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Millionen Deutsche sind viel zu dünn
In Deutschland sind 1,9 Millionen Menschen untergewichtig, berichtet heute Diplom Oecotrophologin Judith Bünker von der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V. in Bad Aachen.

Alarmierend sind die Zahlen des Statistischen Bundesamt, nach denen 13 Prozent aller weiblichen 18 bis 19jährigen mit einem Body Mass Index von weniger als 18,5 viel zu dünn sind, berichtet der Gesellschaftssprecher Sven-David Müller. Bei den über 75jährigen zeigen sich ebenfalls erschreckende Ergebnisse, 2,8 Prozent dieser Bevölkerungsgruppe leiden an Untergewicht (1). Unterernährung ist in Zeiten, in denen im Schlaraffenland Deutschland vor allem den Übergewichtigen das Augenmerk gilt, ein kaum vorstellbares Problem. Aber viele Menschen nehmen einfach nicht zu, andere haben krankheitsbedingtes Untergewicht und Senioren in Pflegeeinrichtungen sind so schlecht versorgt, dass sie oft (ver)hungern. Der Medizinische Dienst der Krankenkassen schätzt, dass 5 bis 10 Prozent in Privathaushalten und 25 bis 50 Prozent der Senioren in den Pflegeheimen mangelernährt sind (2).
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Als Untergewichtig bezeichnen Ernährungsmediziner Personen mit einem Body Mass Index unter 18,5. Die Ursachen sind vielfältig: Eine verminderte Nahrungsaufnahme aufgrund von Appetitlosigkeit oder Schluckstörungen, chronische Erkrankungen des Magen- und Darmtraktes oder ein erhöhter Energiebedarf aufgrund energiezehrender Krankheiten können die Auslöser sein. Das Hungern für ein, in der Medienwelt präsentes, Schönheitsideal kann eine Mangelernährung und Untergewicht zur Folge haben. Aber es gibt auch viele Menschen, deren Stoffwechsel nicht auf Gewichtszunahme gepolt ist, so Bünker.
Untergewicht, also ein zu geringes Körpergewicht, tritt meist zusammen mit einer Mangelernährung, dass heißt mit einem Defizit lebensnotwendiger Mikro- und Makronährstoffe, gemeinsam auf. Die Folgen von Untergewicht und Mangelernährung können problematisch sein. Neben allgemeinen Schwächezuständen kann es zu einer Beeinträchtigung der Muskelfunktion, Kreislaufproblemen, erhöhter Infektanfälligkeit, Hautveränderungen, gestörter Wundheilung und zu einer verlangsamten Genesung nach Krankheiten kommen. Auch Verwirrtheit, bei bettlägerigen Menschen ein verstärktes Auftreten offener Druckgeschwüre (Dekubitusleiden), erhöhte Morbidität und schließlich Mortalität sind mögliche Folgen der Unterernährung. Menschen, deren Untergewicht die Folge eines Diätwahns ist, können neben körperlichen Beeinträchtigungen psychosomatische Schäden mit einem gestörten Essverhalten davontragen.
Tipp zum Jahr der gesunden Ernährung 2004
Menschen, die zunehmen möchte, sollten Rohkostsalate mit hochwertigen Raps-, Distel- oder Olivenöl und durch die Zugabe von Nüssen anreichern. Dies erhöht den Energiegehalt und hilft außerdem die Zufuhr lebensnotwendiger Fettsäuren zu sichern. NWM
Quelle: www.ernaehrungsmed.de
     [01.10.2004]
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