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Aktuelles aus der Ernährungsmedizin:
Mangelernährung ist kein unausweichliches Altersschicksal

Zu viele Senioren leiden an Untergewicht. Hier ist dringend eine Trendwende notwendig, fordert heute Diplom Oecotrophologin Heike Knöpfel von der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik in Bad Aachen.
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Gesellschaftssprecher Sven-David Müller empfiehlt insbesondere Angehörigen und betreuendem Pflegepersonal verstärkt auf den Ernährungszustand alter Menschen zu achten. Neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamtes Wiesbaden zufolge weisen in Deutschland 2,8 Prozent der über 75jährigen mit einem Body-Mass-Index (Körpergewicht in Kilogramm dividiert durch Körpergröße in Metern zum Quadrat) von unter 18,5 eine deutliche Unterernährung auf (1). Nach Schätzungen des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen sind in Privathaushalten 5 bis 10 Prozent der Senioren mangelernährt, in Heimen beträgt der Anteil sogar 25 bis 50 Prozent (2). Deshalb ist es insbesondere in Altenheimen wichtig, dass das Pflegepersonal hier verstärkt sensibilisiert und auch entsprechend geschult wird. Die Optimierung des Ernährungszustandes der Senioren kann deren Lebensqualität immens steigern. Es gibt zahlreiche Ursachen für die Mangelernährung von Senioren. Hierzu gehören unter anderem Appetitlosigkeit, Kau- und Schluckstörungen, Erkrankungen der Zähne und des Mundes, einseitige Ernährung sowie Schmerzen bei der Nahrungsaufnahme. Damit der Ernährungszustand und damit die Lebensqualität der Senioren verbessert werden kann, muss der Ernährungszustand ständig überwacht werden. Hilfreich sind hier standardisierte Fragebögen, welche die Mangelernährung bei Senioren erfassen. Wenn eine Mangelernährung mit einer nährstoffreichen Normalkost nicht mehr zu vermeiden ist, müssen auch Trink- oder Sondennahrung zum Einsatz kommen. Im Interesse der Patienten sollte diese bereits frühzeitig eingesetzt werden, da es einfacher ist, eine Mangelernährung zu vermeiden, als eine bereits vorhandene wieder zu beseitigen. Betroffene und Interessierte können sich werktags von 9:00 bis 15:00 kostenlos bei der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik unter der Rufnummer 0241 - 96 10 316 von Ernährungswissenschaftlern zum Thema Mangelernährung beraten lassen.
Tipp zum Jahr der gesunden Ernährung 2004:
Der empfohlene Body-Mass-Index (BMI) liegt für die Altersklasse der über 64jährigen bei 24-29, also höher als in jüngeren Jahren. Ein BMI darunter zeigt eine unzureichende Versorgung an.
Quelle:
(1) www.destatis.de/basis/d/gesu/gesutab8.htm
(2) Medizinischer Dienst der Spitzenverbände der Krankenkassen e.V. (MDS) (Hrsg.): Grundsatzstellungnahme Ernährung und Flüssigkeitsversorgung älterer Menschen, Juli 2003. www.mds-ev.de
ME
     [30.07.2004]
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