
Langkettige mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind wichtig für die kindliche Entwicklung
Langkettige mehrfach ungesättigte Fettsäuren (LCPUFA) spielen in der Säuglingsernährung eine besonders wichtige Rolle, berichtet heute Diplom Oecotrophologin Daniela Rösler von der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik in Bad Aachen.
Anzeige Aus diesem Grund sollten Mütter, die ihre Babys nicht stillen können oder wollen auf LCPUFA-haltige Säuglingsmilchnahrung zurückgreifen, empfiehlt Gesellschaftssprecher Sven-David Müller. LCPUFA haben einen positiven Effekt auf Wachstum sowie Entwicklung von Säuglingen und verbessern sowohl die visuellen als auch die kognitiven Funktionen, wie spanische Wissenschaftler nun in einer kleinen Übersichtsarbeit über die Rolle von langkettigen mehrfach ungesättigten Fettsäuren in der Säuglingsernährung herausstellten, die im renommierten European Journal of Clinical Nutrition publiziert ist (1). Von besonderem Interesse sind hierbei die Omega-3-Fettsäure Docosahexaensäure (DHA) sowie die Omega-6-Fettsäure Arachidonsäure (AA). Beide sind Bestandteil der neurologischen Strukturen des Gehirns. Da die Eigensynthese dieser Fettsäuren aus den essenziellen Fettsäuren Linolsäure und Linolensäure bei Neugeborenen noch unzureichend ist, ist es wichtig, dass sie DHA und AA direkt mit der Nahrung zugeführt bekommen. Gestillte Säuglinge erhalten diese wichtigen Fettsäuren über die Muttermilch und weisen höhere Konzentrationen von LCPUFA auf als nicht gestillte Säuglinge, die eine herkömmliche Säuglingsmilchnahrung erhalten. Inzwischen ist jedoch auch Säuglingsmilchnahrung erhältlich, die sich am Vorbild der Muttermilch orientiert und ebenfalls LCPUFA enthält. Diese LCPUFA-haltige Säuglingsmilchnahrung führt zu vergleichbaren LCPUFA-Konzentrationen bei nicht gestillten Säuglingen wie bei gestillten Säuglingen. Weitere Informationen unter www.ernaehrungsmed.de.
Tipp zum Jahr der gesunden Ernährung 2004: Stillende sollten mindestens zweimal pro Woche Seefisch verzehren, um den Jodbedarf zu decken. Auch eine medikamentöse Jodzufuhr kann sinnvoll sein. MR
Quelle: (1) Gil A, Ramirez M, Gil M: Role of long-chain polyunsaturated fatty acids in infant nutrition. European Journal of Clinical Nutrition, 2003, 57, Suppl 1, S31-S34 |