
Die Gesellschaft für Ernährungsmedizin: Versorgung von Senioren verbessern!Schlechter Ernährungszustand älterer Menschen in Deutschland muss nicht sein, eine ausreichende Nährstoffversorgung ist wichtig für das Wohlbefinden und fördert die Heilung, berichtet heute Diplom Ernährungswissenschaftler Michael Pietsch von der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik in Bad Aachen. Altersbedingte Beeinträchtigungen wie Appetitlosigkeit, Kau- oder Schluckbeschwerden und Immobilität sind bei der Nahrungsversorgung von Senioren zu berücksichtigen, betont Gesellschaftssprecher Sven-David Müller, um einer Mangelernährung vorzubeugen.
Anzeige Viele Menschen in Deutschland über 65 Jahre sind unter- oder mangelernährt, dabei sind meist Senioren betroffen, die eine eingeschränkte Mobilität besitzen und in keinem intakten familiären Umfeld leben. Laut dem Ernährungsbericht 1996 der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) e.V., Bonn, ergab die Bewertung des Körpergewichts von Senioren, dass 57 Prozent der Frauen und 60 Prozent der Männer als untergewichtig einzustufen waren.Zudem lagen die Serumkonzentrationen von Gesamtprotein, Albumin und Transferrin bei über 20 Prozent der Untersuchten zu niedrig. Eine geringe Serumkonzentration der Vitamine A und C fanden die Experten besonders häufig. Zwar ist der Nahrungsbedarf im Alter aufgrund der abnehmenden körperlichen Aktivität geringer, jedoch bleibt der Bedarf an Proteinen, Vitaminen und Mineralien gleich oder ist aufgrund der herabgesetzten Resorptionsleistung sogar erhöht. Dies ist unbedingt zu beachten, denn die Versorgung mit Proteinen und anderen essenziellen Nährstoffen ist ganz wichtig für die Erhaltung und Funktion der Organe und somit der Gesundheit und des Wohlbefindens. Ein gut versorgter Körpern hat eine höhere Widerstandskraft gegen Krankheiten, betont Pietsch. Unterversorgung im Alter muss nicht sein. Es gibt vielfältige Möglichkeiten die Versorgung der Senioren zu verbessern.
Generell ist der Gebrauch von energiereicher Zusatznahrung aus der Apotheke als Vorbeugung gegen eine Mangelernährung im Alter bei untergewichtigen Senioren ernährungsmedizinisch empfehlenswert. Bei Schluckbeschwerden können spezielle Andickungsmittel helfen. Ist die Nahrungsaufnahme durch Kaubeschwerden eingeschränkt, hilft Trinknahrung weiter. Ist eine orale Nahrungsaufnahme nicht mehr möglich, wäre der Einsatz von Ernährungssonden ratsam. Bei Resorptionsstörungen gibt es die Möglichkeit einer parenteralen Ernährung, dabei sind alle notwendigen Nährstoffe in wasserlöslicher Form über das Blut verabreichbar. Eine verstärkte Aufmerksamkeit bezüglich der Ernährungssituation von Senioren ist angebracht, um eine Mangelernährung frühzeitig zu erkennen und dagegen anzugehen, so Pietsch abschließend.
Die Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik bietet ein umfassendes Programm zu den Themen Untergewicht und Mangelernährung, bestehend aus telefonischem Beratungsdienst, werktags unter 0241-96 10 316, einer Patientenbroschüre, erhältlich gegen einen frankierten DIN A5-Rückumschlag (Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik, "Zunehmen", Kurbrunnenstr. 5, 52066 Aachen) und ausführlichem Internetauftritt auf www.ernaehrungsmed.de. Außerdem empfiehlt die Gesellschaft den kürzlich im Knaur-Verlag erschienenen Ratgeber " Gesund Zunehmen! " MC Weitere Informationen unter: www.ernaehrungsmed.de |