
Rund ein Drittel der Paprika in den acht größten Supermarktketten erreicht oder überschreitet die
Grenzwerte für Pestizide. Zum Teil befinden sich bis zu 63 mal mehr Gifte im Gemüse als gesetzlich erlaubt.Zudem wurden in zehn Proben
gesundheitlich besonders bedenkliche Mischungen aus bis zu acht
verschiedenen Pestiziden gefunden. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung von Paprika-Proben, die Greenpeace bei Lidl, Metro,
Rewe, Aldi, Edeka, Tengelmann, Wal Mart und Spar gekauft hat.
Anzeige Paprika aus Spanien und Türkei erhielten schlechte Noten Besonders schlecht schnitten spanische und türkische Paprika von
Lidl, Real (Metro-Gruppe) und dem Rewe-Discounter Penny ab. "Diese
Paprika sind gesundheitlich bedenklich und der Verkauf ist
gesetzwidrig", sagt Manfred Krautter, Chemie-Experte von Greenpeace.
"Die Handelsketten müssen die Ware umgehend vom Markt nehmen." Gute
Ergebnisse zeigten Paprika aus biologischem Anbau und aus Holland ab.
Greenpeace fordert verstärkte Kontrollen der Frischware durch den
Lebensmittelhandel und die Behörden. Die Supermarktketten müssen
sofort sicher stellen, dass keine Ware mehr angeboten wird, die die
Grenzwerte überschreitet. Mittelfristig dürfen nur rückstandsfreie
Lebensmittel verkauft werden.
Giftiges Insektizid "Der Lebensmittelhandel ist maßgeblich dafür verantwortlich, dass
Obst und Gemüse voller Pestizide verkauft werden. Statt Billigware
mit Giftcocktails muss endlich Qualität in die Regale", fordert
Krautter. Zwischen Juni und August hat Greenpeace 36 Paprikaproben bei den
acht größten deutschen Lebensmittelketten gekauft und von einem
anerkannten Fachlabor untersuchen lassen. Unter den nachgewiesenen
Pestiziden befindet sich das sehr giftige Insektizid Methamidophos,
das Embryo schädigende Pilzbekämpfungsmittel Myclobutanil und die
möglicherweise Krebs erregenden Insektizide Dimethoat und Buprofezin.
Deutsche Supermärkte verkaufen Gemüse mit Giftcocktails Nicht nur Paprika Paprika aus Südeuropa gehören zu den Gemüsesorten, die am
stärksten und häufigsten mit Pestiziden belastet sind. Mangels
wirksamer Qualitätskontrollen durch den Handel und unzureichender
Überwachung durch die Behörden gelangt diese Ware trotzdem auf den
Tisch der Verbraucher. Dass es sich dabei um keinen Einzelfall handelt, zeigt der Erdbeer-Skandal vom März dieses Jahres. Greenpeace hatte bei der
Handelskette Rewe Erdbeeren mit Pestiziden entdeckt, die das
Dreifache des Grenzwertes erreichten. Auch im KaDeWe (Kaufhaus des
Westens) fand Greenpeace in der vergangenen Woche mit Pestiziden
belastetes Obst und Gemüse. GR
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