
Das große Weihnachtsinterview mit dem inneren Schweinehund über den Sinn des Lebens.| « zurück zum Leitartikel |
Der innere Schweinehund macht uns dick und faul – besonders zu Weihnachten. Aber er beschert auch Höhenflüge, wenn wir ihn klein kriegen. Hier spricht ein Schweinehündchen über den Sinn seines Lebens.
Anzeige Seit Urzeiten versuchen die Menschen, Sie auszurotten. Trotzdem haben Sie jetzt zur Weihnachtszeit wieder Hochkonjunktur?
der innere Schweinehund: Ich bin einfach ein süßer Typ. Ich kann verführen und weiß genau, wie ich einen Menschen rumkriege, der nicht so will wie ich. Im Dezember ist das besonders leicht.
Welche Argumente sind jetzt Ihre stärksten?
der innere Schweinehund: Wenn ich eine Tüte Marzipan an den Menschen bringen will, bockt der oft. Dann komme ich mit der Mensch-ist-doch-Weihnachten-das-gehört-doch-dazu-Nummer. Wenn die nicht hilft, erinnere ich an die geplante Reis-Wasser-Diät im Januar und lege ihm nahe: „Genieß doch vorher noch mal richtig.“ Dann nimmt er gleich zwei Tüten.
Und ruft danach zum Kampf gegen Sie auf. Haben Sie keine Angst?
der innere Schweinehund: Nein, denn die meisten wollen mich mit wirkungslosen Brachialmethoden besiegen. Wenn mich einer anbrüllt („Hau ab, ich esse sowieso nie wieder Kekse, ab sofort mache ich Nulldiät“), lache ich nur. Drei Stunden später winseln mich diese Typen wieder an, wir verdrücken zusammen eine Tafel Schokolade und sind glücklich.
Aber nicht lange?
der innere Schweinehund: Das ist ein Menschenproblem, ich lebe gut davon. Schwierig sind für mich die leisen Leute, die ganz sanft anfangen, plötzlich mal eine Nuss knabbern statt einen Nikolaus zu schlachten und sich dann so wohl fühlen, dass sie es wieder machen wollen. Damit kriegen sie mich auf die Dauer klein. Ich werde dann ihr Freund.
Braucht man einen wie Sie als Freund?
der innere Schweinehund: Als kleiner Kumpel bin ich nicht schlimm. Mit Mini-Schweinehund kann ein Mensch gesund leben. Ich schütze ihn vor Übertreibungen, erinnere ihn daran, das Leben zu genießen und mache ihn sogar glücklich. Wenn er mich klein kriegt, steigt sein Selbstbewusstsein und motiviert ihn zu mehr. Da bin ich fair.
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