
Abnehmwillige sind weltweit auf dem Glyx-Trip. Die Glyx-Diät scheint der ultimative Weg zum effektiven Körperfettabbau. Hiernach wird der Verzehr von Nahrungsmitteln empfohlen, die einen so genannten niedrigen Glykämischen Index (Glyx) aufweisen. Abnehmwillige sind weltweit auf dem Glyx-Trip. Die Glyx-Diät scheint der ultimative Weg zum effektiven Körperfettabbau. Hiernach wird der Verzehr von Nahrungsmitteln empfohlen, die einen so genannten niedrigen Glykämischen Index (Glyx) aufweisen. Diese Kost soll langfristig zur effektiven und dauerhaften Gewichtsreduktion beitragen können. Der Glyx ist aber nur die halbe Wahrheit, wenn es um die Bewertung von Lebensmitteln im Sinne einer angestrebten Gewichtreduktion geht. Denn neben der Qualität der Nahrung ist auch die Menge der enthaltenen Nährstoffe entscheidend. Erst dann zeigt sich welche Lebensmittel im Rahmen einer Diät wirklich empfehlenswert sind!
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Der Glykämische Index ist ein Maß dafür, wie stark ein Lebensmittel den Blutzuckerspiegel beeinflussen kann. Bei einem hohen Glykämischen Index wird der Blutzuckerspiegel schlagartig erhöht und provoziert einen enormen Ausstoß von Insulin aus der Bauchspeicheldrüse. Dieses Insulin ist ein Hormon, das wichtig für die Senkung des Blutzuckerspiegels ist, parallel dazu aber die unangenehme Eigenschaft besitzt, Körperfett aufzubauen bzw. dessen Verbrennung zu hemmen. Die GLYX-Logik ist demzufolge leicht abzuleiten: Der Verzehr von Lebensmitteln mit einem niedrigen Glykämischen Index verhindert den Anstieg des Blutzuckers und beugt damit einer Insulinaktivierung vor. Somit steht dem Abbau der Körperfettspeicher nichts mehr im Weg.
Natürlich können nur solche Lebensmittel den Blutzucker erhöhen, die auch Zucker und zuckerverwandte Stoffe (Kohlenhydrate) enthalten. Besonders hoch ist der Glykämische Index bei Trauben- und Haushaltszucker, Weißbrot/-brötchen, Toast, Nudeln, Kartoffeln und Reis. Es macht also Sinn, diese Kohlenhydratquellen durch ihre Vollkornvarianten zu ersetzen. Die enthaltenen Ballaststoffe verlangsamen die Spaltung der Kohlenhydrate zu Zucker im Darm. Der Zucker tritt nun verzögert in die Blutbahn ein und der Insulinspiegel bleibt flach. Glyx-Diäten wären demnach die perfekte Lösung bei der Bekämpfung von Übergewicht. So logisch sich die Sache anhört, aber ganz so einfach ist es leider nicht!
Der Glyx und die Eignung eines Lebensmittels im Rahmen einer Diät Der Glykämische Index ist ein Wert, der unter Laborbedingungen bestimmt wird. Die Messung gestaltet sich wie folgt: Eine Person nimmt 50 g Traubenzucker zu sich und in den nachfolgenden zwei Stunden wird der Verlauf des Blutzucker- und Insulinspiegels beobachtet. Da Traubenzucker einen hohen Glykämischen Index aufweist, zeigt die Messung auch einen steilen Anstieg der Blutzuckerkurve. In einer zweiten Messung erhält die Person eine andere Kohlenhydratquelle wie z. B. Vollkornbrot. Dabei muss die Testperson genau so viel Brot essen, dass wiederum 50 g Kohlenhydrate aufgenommen werden. Die Blutzucker- und Insulinkurve ist nun flacher. Das Ergebnis der Untersuchung: Der Glykämische Index von Vollkornbrot liegt deutlich unter dem von Traubenzucker. Vollkornbrot ist danach zum Abnehmen besser geeignet als Zucker!
Anhand dieser Messmethode lässt sich schnell der Haken der Glyx-Diät erkennen. Der Glykämische Index bezieht sich immer auf eine Menge von 50 g Kohlenhydrate aus einer isolierten Kohlenhydratquelle. Doch wer isst so? Gewöhnlicherweise verzehrt man soviel Brot bis der Hunger gestillt ist, aber nicht genau die Menge, die 50 g Kohlenhydrate enthält. Das Brot wird außerdem mit Margarine bestrichen, mit Wurst oder Käse belegt, aber selten „pur“ gegessen. Was ist dann mit dem Glykämischen Index?
Wissenschaftler wissen, dass der Glykämische Index starken Schwankungen unterliegt. Andere Mahlzeitenkomponenten wie Käse, Wurst, Butter, Gemüse etc. verändern den Glykämischen Index unserer beiden „Testsnahrungsmittel“ Brot und Traubenzucker. Der Glykämische Index einer vollständigen Mahlzeit ist demnach kaum abzuschätzen. Paradebeispiel für die begrenzte Aussagekraft des Glykämischen Index sind Karotten und rote Beete. Beide Gemüse haben einen hohen Glykämischen Index. Nach Glyx-Richtlinien ist deren Verzehr daher nicht zu empfehlen. Jedoch bleiben Blutzuckerschwankungen nach dem Genuss herkömmlicher Portionen aus!
Das liegt daran, dass nicht genügend Kohlenhydrate in den gewöhnlich verspeisten Mengen an Karotten bzw. rote Beete enthalten sind. Einhundert Gramm Karotten enthalten ca. 4 g Kohlenhydrate. Der hohe Glykämische Index bezieht sich aber auf 50 g Kohlenhydrate. D. h., es müssten über 1,2 kg Karotten verzehrt werden, um 50 g Kohlenhydrate darüber aufzunehmen! Andere gute Beispiele für die Fehlbarkeit der Ernährungsvorgaben im Rahmen der Glyx-Diät sind Schokoriegel und Eiscreme: Diese Lebensmittel haben einen mittleren Glykämischen Index, sind also Glyx-tauglich. Doch wer kann mit Schokoriegeln und Eiscreme abnehmen? In diesen Lebensmitteln enthaltenes Fett und Zucker verhindern die körpereigene Fettverbrennung eher als dass sie sie begünstigen. Bei Glyx-Diäten wird die Menge der mit der Nahrung zugeführten Kohlenhydrate nicht berücksichtigt. Abnehmwillige, die sich - nichts Böses ahnend - an niedrigglykämischen Kohlenhydratquellen laben, können schwerwiegende Fehler machen. Denn nach wie vor gilt die Gesetzmäßigkeit: Wer mehr Kalorien zuführt als er verbrennt, baut Körperfettspeicher auf. Insgesamt gesehen ist der Glyx also eine sinnvolle Hilfe bei der Ernährungssteuerung. Der Weisheit letzter Schluss ist er nicht.
Mehr Sicherheit durch die "Glykämische Last" Entscheidend ist also neben dem Glykämischen Index auch die in einem Lebensmittel enthaltene Kohlenhydratmenge. Wissenschaftler haben sich darüber Gedanken gemacht und eine neue Bewertungsgröße für die Auswahl geeigneter Lebensmittel zur Gewichtsreduktion entwickelt. Ergebnis dieser Arbeit ist die Glykämische Last (GL). Bei der Berechnung der Glykämischen Last wird der Glykämische Index mit der Kohlenhydratmenge einer Lebensmittelportion verrechnet. Damit erweist sich die Glykämische Last als praxistaugliches Werkzeug, da sie sich an Faktoren orientiert, die unseren gewöhnlichen Ernährungsweisen entsprechen. Mittels der Glykämischen Last kann die tatsächliche gesundheitliche Belastung des Körpers und des Insulinhaushaltes bestimmt werden. Wie beim Glykämischen Index gilt auch hier, dass Lebensmittel mit einer niedrigen Glykämischen Last bevorzugt werden sollten. Dies bedeutet nichts anderes, als die Kohlenhydratzufuhr einzuschränken.
Eine durchschnittliche Scheibe Vollkornbrot enthält ca. 20 g Kohlenhydrate. Der Glykämische Index von Vollkornbrot liegt bei 50. Daraus ergibt sich eine Glykämische Last von (20x50/100=) 10. Bei 2 Scheiben Vollkornbrot liegt der Glykämische Index unverändert bei 50, die Glykämische Last steigt jedoch auf einen Wert von 20. Nach 3 Scheiben Brot steigt die Glykämische Last auf 30, der Glykämische Index ist aber nach wie vor gleich. Hier wird klar, dass der Glykämische Index als alleiniges Bewertungskriterium versagt. Je größer die Glykämische Last, desto größer ist die Gefahr, Fettgewebe aufzubauen. Besonders schnell steigt die Glykämische Last bei großen Portionen Nudeln, Reis und Kartoffeln. Wer also trotz streng fettarmer Reis- und Nudeldiät eher ein Wachsen als ein Schrumpfen seiner Fettpolster bewundern könnte, weiß nun warum.
Auswirkungen von Glyx und GL: Risiken und Folgekrankheiten Seriöse wissenschaftliche Studien angesehener Forschungsinstitute belegen, dass eine Ernährung mit hoher Glykämischer Last die Entstehung von Diabetes mellitus Typ II (so genannter Altersdiabetes) begünstigt sowie das Risiko für Herz-Kreislauf Erkrankungen erhöht. Dies gilt insbesondere für Personen, die sich wenig bewegen. Und nebenbei: Es gibt Anzeichen, das eine Ernährung mit hohem Anteil leichtverdaulicher Kohlenhydrate die Bildung von Stoffen bedingt, welche die Hautalterung und Faltenbildung verstärken!HS
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Glücklich mit der Glyx-Diät? Von Dr. med. Torsten Albers und Jan Prinzshausen |