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Dreimal oder fünfmal täglich?
Akademischer Streit über Folgen von Zwischenmahlzeiten auf Insulinausschüttung und Entstehung von Übergewicht.

Manche Ernährungsberater empfehlen, maximal drei Mahlzeiten am Tag zu sich zu nehmen. Dadurch würden angeblich der Insulinspiegel nicht so stark ansteigen und die Gefahr von Übergewicht vermindert wie bei fünf oder mehr Mahlzeiten täglich. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) gibt es jedoch keine Untersuchungen, die eindeutig belegen, dass der jenige, der weniger häufig isst, gesundheitliche Vorteile hätte.
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Da bei fünf Mahlzeiten das Hungergefühl meist geringer ist, Heisshungerattacken eher verhindert werden können und die Lebensmittelauswahl abwechslungsreicher gestaltet werden kann, empfiehlt die DGE auch weiterhin, fünf kleinere Mahlzeiten am Tag zu sich zu nehmen. Dabei sollten bei den zwei Zwischenmahlzeiten jedoch Obst und fettarme Milchprodukte statt kalorienreiche Snacks bevorzugt werden.
Die Empfehlungen der DGE-Ernährungswissenschaftler beruhen zum einen auf Untersuchungen zur Leistungskurve im Tagesverlauf. Daneben sind Zwischenmahlzeiten wie die Vesper oder der Kaffee am Nachmittag ein weitverbreitetes "Ritual". Werden sie richtig genutzt, können gerade in den Zwischenmahlzeiten wichtige Lebensmittel wie Obst und Milchprodukte bevorzugt gegessen werden. Die aktuellen Erkenntnisse über die gesundheitsfördernde Wirkung sekundärer Pflanzenstoffe macht einen stärkeren Verzehr von Obst und Gemüse über den Tag verteilt ohnehin wünschenswert.
Häufigere Mahlzeiten verbessern außerdem sehr wahrscheinlich die Blutfettwerte nach dem Essen sowie den für Diabetiker wichtigen Blutzuckerspiegel. Neuere Untersuchungen zeigen, dass dieses auf Gesunde jedoch keine Auswirkungen hat.
Viele Übergewichtige haben im übrigen weniger Probleme, Mahlzeiten auszulassen, als ein bereits begonnenes Essen zu beenden. Dadurch können sie die Kalorienzufuhr eher reduzieren, wenn sie hin und wieder eine der fünf Mahlzeiten des Tages einsparen.
Durch häufigere Mahlzeiten lässt sich auch das subjektive Hungergefühl dämpfen. Das beruht zum Teil darauf, dass ein niedriger Blutzuckerspiegel eines der vielen Hungersignale darstellt. Es kommt also darauf an, den Blutzuckerspiegel möglichst konstant zu halten.
Das wird eher erreicht durch häufigere Mahlzeiten, die die Insulinausschüttung nach dem Essen vermindern, während wenige große Mahlzeiten zu einer höheren Insulinproduktion führen können. In der typischen Gegenreaktion des Körper sinkt der Blutzuckerspiegel schnell wieder stark ab und löst erneut ein Hungergefühl aus.
Die Verfechter des Drei-Mahlzeiten-Rhythmus argumentieren in der Insulinfrage genau gegenteilig. Sie sagen, durch die Vielzahl der Mahlzeiten werde die Gesamtmenge der Insulinproduktion erhöht. Da Insulin unter anderem den Aufbau von Fettgewebe fördert, würde durch mehrere Mahlzeiten auch die Bildung von Übergewicht begünstigt. Dieser Sachverhalt ist allerdings durch keine Studie belegt.
Wenn die Energieaufnahme den Energiebedarf nicht übersteigt, ist es letztlich egal, ob die gesamte Kalorienmenge in drei oder fünf Mahlzeiten aufgenommen wird. ME
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     [29.06.2001]
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